Elke Gimm
Dipl.Sozialpädagogin, Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeutin, Psychotraumatherapeutin, zertifizierte EMDR-Therapeutin. Seit 1983 therapeutische Arbeit mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ehemalige langjährige Mitarbeiterin des Kinderschutz-Zentrums, Oldenburg; Mitbegründerin und tätig im: Institut für traumazentrierte Psychotherapie und Pädagogik Oldenburg, ItPP, Ehnernstr. 35; 26121 Oldenburg
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Arbeitsgruppe: Puzzleteile ergänzen und zusammensetzen - Dissoziation-dissoziative Identitätsstörungen
Viele Menschen, die ein psychisches Trauma erleiden, reagieren während der traumatisierenden Situation mit Dissoziation. Es kommt innerpsychisch zu einer Aufspaltung des erlebten, überwältigenden traumatisierenden Ereignisses, so dass das Erlebte fragmentiert wird und im Nachhinein nicht mehr als Ganzes abrufbar oder erinnerbar ist. Diese traumabedingte Reaktionsweise ist seit über hundert Jahren bekannt und wurde schon damals u. a. von Pierre Janet und Sander Ferenczi in traumabezogene Theoriebildung aufgenommen und in die psychotherapeutische Arbeit einbezogen. Für Kinder und Jugendliche, die massiver Gewalt durch Kindesmisshandlung, wirtschaftlicher Ausbeutung durch sexuelle/sadistische Gewalt und/oder ritueller Gewalt ausgesetzt waren, ist die Dissoziation innerpsychisch häufig die einzige Möglichkeit, um die massiven Gewalterfahrungen zu überleben. Sowohl im therapeutischen Kontext als auch in der pädagogischen Arbeit befindet sich eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit dissoziativen Verhaltensmustern. Diese Verhaltensmuster führen bei Unkenntnis dissoziativer Symptomatik und Störungsbilder häufig zu Fehlinterpretationen, Verunsicherung und/oder Hilflosigkeit. Der Workshop bietet sowohl einen theoretischen Einstieg in das Thema Dissoziation als auch die Darstellung der gesamten Bandbreite dissoziativer Verhaltensmuster. Beispiele aus der Praxis, unter anderem eine Darstellung zur dissoziativen Identitätsstörung aus der Sicht eines betroffenen Kindes, sollen ermöglichen, das komplexe Thema nachzuvollziehen. Die Fokussierung der dissoziativen Verhaltenweisen/Überlebensstrategien kann zu einer anderen Betrachtungsweise und zu einem neuen Verständnis bisherigen Verhaltens von Kindern und Jugendlichen führen und die Grundlage für vielfältigere, auf das dissoziative Verhalten des Kindes/Jugendlichen abgestimmte, professionelle Umgehensweisen bilden.
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