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Fachkongress 12/2003

Plötzlich ist nichts mehr wie es war
Trauma und posttraumatische Stressbelastung bei Kindern und Jugendlichen

04.- 05. Dezember 2003 in Stuttgart


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Zur Person:
Abstract:
Thomas Hensel

Arbeitsgruppe: MASTR - ein individueller traumabasierter Therapieansatz für Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens

MASTR ist ein Behandlungsansatz für Jugendliche mit Störung des Sozialverhaltens, der von dem amerikanischen Psychotherapeuten Dr. Ricky Greenwald entwickelt wurde und dessen Wirksamkeit durch erste Studien bestätigt wurde. Ausgehend von der durch die Literatur gestützten Hypothese, dass unverarbeitete traumatische Erinnerung wesentlich an der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Störung beteiligt sind und bisherige Behandlungsansätze die Rolle traumatischer Erfahrungen nicht systematisch mit einbezogen haben, entwickelte Dr. Greenwald einen traumaorientierten Therapieansatz. MASTR steht für Motivation-Adaptive Skills-Trauma Resolution und beinhaltet Elemente aus dem klientenzentrierten Ansatz, kognitiv-behaviorale und imaginative Methoden sowie EMDR als prozessförderndes und traumabearbeitendes Verfahren.

Das Verfahren besteht aus drei aufbauenden und sich überlappenden Phasen. Die Motivationsphase orientiert sich an den Prinzipien des Motivational Interviewing. Eines Konzeptes, das ursprünglich für die Psychotherapie nicht motivierter alkoholabhängiger Klienten entwickelt wurde und dessen Wirksamkeit durch viele Studien als belegt gilt. Dies trägt der geringen bis gar nicht vorhandenen Motivation der Gruppe der Jugendlichen mit Störung des Sozialverhaltens Rechnung. In der zweiten Phase erfolgt ein Kompetenztraining, um den Jugendlichen zu ermöglichen wieder mehr Kontrolle über ihr traumabasiertes auffälliges reaktives Verhalten (Aggressivität, Delinquenz) zu bekommen. In beiden Phasen wird EMDR als prozessförderndes Verfahren eingesetzt. Die abschließende Phase dient der Traumabearbeitung durch EMDR.

Es wird davon ausgegangen, dass eine Verminderung des traumabedingten Stress` zu einer Verringerung der Verhaltensauffälligkeiten führt. Das manualisierte Verfahren beinhaltet 6-10 wöchentliche Sitzungen und kann sehr gut in bestehende Behandlungsansätze integriert werden. In dem Workshop soll nach einer theoretischen Einführung, das Programm in seinen Grundzügen erläutert und an Videobeispielen veranschaulicht werden. Berichtet werden auch erste Forschungsergebnisse.