Kolloquium: Die Bedeutung des Umfeldes in der Arbeit mit sexuell aggressiven Jugendlichen
Für die therapeutische / beraterische Arbeit mit Jugendlichen, die sexuelle Übergriffe vorgenommen haben, scheint uns die Einbeziehung und adäquate Berücksichtigung ihrer Lebenswelten von zentraler Bedeutung zu sein. Die bekannt gewordenen sexuelle Übergriffe stellen erfahrungsgemäß eine Auffälligkeit unter vielen dar und sind meist in eine insgesamt problematische Lebenssituation eingebettet. Schwierigkeiten im Kontext von Familie, Freundeskreis, Schule/ Arbeit, psycho-sexueller Entwicklung u.a. bestehen schon längere Zeit und haben möglicherweise dazu geführt, dass dem Jugendlichen eine Vielzahl von Helfern zur Seite stehen. Deren Aufträge und Zielsetzungen für die weitere Begleitung des Jugendlichen sind eher im Ausnahmefall gut aufeinander abgestimmt und laufen nicht selten konträr.
Die Erfahrungen des Kinderschutz-Zentrums Hamburg zeigen, dass der Erfolg einer ambulanten Einzeltherapie in hohem Maße von der Qualität der Kooperation mit anderen beteiligten Institutionen abhängt. Gerade in diesem Themenbereich gilt es den Faktoren Transparenz, Kontinuität, Verbindlichkeit und Respekt eine hohe Aufmerksamkeit zu schenken.
Anhand eines konkreten Fallbeispiels werden wir verdeutlichen, welche Rahmenbedingungen sich günstig auf den Verlauf einer Einzeltherapie auswirken. Die daraus entwickelten Leitsätze werden wir im Rahmen des Kolloquiums vorstellen und gerne mit Ihnen diskutieren.