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Fachkongress 10/2003

Beziehungshungrig und grenzenlos -
Sexuell aggressive Jungen zwischen Hilfe und Sanktion

München: 9. - 10. Oktober 2003


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Zur Person:
Abstract:
Sebastian Kempf

geb.1966, Dipl.Sozialpäd.(FH). Seit 1993 im Sexualpädagogischen Team der Pro Familia München. 1995/96 mehrere Monate bei Planned Parenthood in Indianapolis/USA. Direkte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Elternarbeit, Fortbildungen. Veröffentlichungen u.a. zu interkultureller Sexualpädagogik und zu Sexualpädagogik in den USA.

Kolloquium: Sexualpädagogik bei sexuell aggressiven Kindern und Jugendlichen

Sexualität ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Identität und Persönlichkeitsentwicklung. Gleichzeitig lässt die Wissensvermittlung zu diesem wichtigen Lebensbereich in Schule und anderen Bildungsinstitutionen sehr zu wünschen übrig, und auch, wenn soziales Lernen im Mittelpunkt steht, wird Sexualität oft ausgeklammert. Stattdessen wird das Thema Sexualität an Jugendliche durch ganz andere, oft auch fragwürdige Sozialisationsinstanzen herangetragen . Verunsicherung, Leistungsdruck und sexuelle Aggression können dadurch mitverursacht werden.

Eine ganzheitlich verstandene Sexualpädagogik dagegen greift die Erfahrungen, Wünsche und Ängste von Jugendlichen auf und betrachtet Sexualität nicht nur als Gefahrenquelle.

Sie kann einerseits im Vorfeld dazu beitragen, Eigenwahrnehmung und Selbstverantwortung zu fördern und so einen Baustein zur Prävention sexueller Aggression darstellen. Andererseits bieten sexualpädagogische Einheiten auch Jugendlichen, die sich bereits sexuell aggressiv verhalten haben, die Möglichkeit, Geschehenes zu reflektieren, neue Zugänge zu finden und ihre Wahrnehmung für die Gefühle anderer Menschen zu stärken. Welche Themen eine solche sexualpädagogische Arbeit beinhaltet und wie sie methodisch umgesetzt werden kann, soll Gegenstand dieses Kolloquiums sein. Dabei wird auch diskutiert werden, ob persönliche und professionelle Stellungnahmen der mit den Jugendlichen arbeitenden Fachleute manchmal sinnvoller sein könnten als die oft übliche beraterische Abstinenz.