Arbeitsgruppe: Verstrickt und allein - Kinder im Konfliktfeld von Partnerschaftsgewalt
Jungen und Mädchen, die in ihrer Familie Gewalt zwischen Eltern oder Lebenspartnern erleben, sind in unterschiedlicher Weise in die Geschehnisse mit einbezogen. Diese Erfahrung wirkt sich prägend auf die jeweiligen physischen und psychischen Entwicklungsmöglichkeiten aus und kann vor diesem Erlebnishintergrund zu gravierenden Folgen bis ins eigene Erwachsenenalter führen. In einer Atmosphäre von Angst vor Gewalt und Demütigung sind sie oft eingebunden in die Geheimhaltung und erleben widerstreitende Gefühle. Hilflosigkeit und Verunsicherung, Zerrissenheit in der Loyalität gegenüber den Eltern, Angst um die eigene körperliche Unversehrtheit oder das Leben eines Elternteils, sowie Vernachlässigung der kindlichen (Grund)bedürfnisse und Übernahme vieler eltern-entlastender Funktionen in der Familie, haben Auswirkungen auf das Erleben ihres Selbstwertes. Sie überfordern das Kind und können zu traumatischen Erfahrungen führen. Oft erleben sie sich mitverantwortlich für die eskalierende Gewalt zwischen den Eltern.
In der kindertherapeutischen Unterstützung findet das Kind einen geschützten Raum, in dem es der erlebten Gewalt nach seinen individuellen Möglichkeiten Ausdruck geben und verändernde kindgerechte (Konflikt)-Lösungen entwickeln kann. Im therapeutischen Kontakt hat es die Möglichkeit sich angenommen und liebenswert zu erleben, zunehmend Ich-Stärkung zu erlangen und im Rahmen klarer Regeln und Achtung der Grenzen, Sicherheit und Orientierung zu finden. Wichtiger Bestandteil der therapeutischen Arbeit mit dem Kind ist die Beratungsarbeit mit einem oder beiden Elternteilen, zur Entwicklung und Unterstützung einer anderen, kindgerechten Beziehungserfahrung zwischen Eltern und Kind.