Fachmedien im Blick
Diese Seite drucken

Fortbildungen

Fachmedien im Blick

In der Rubrik Fachmedien im Blick möchten wir Sie über aktuelle Publikationen zu den unterschiedlichsten Themen des Kinderschutzes informieren. Die vorgestellten Buchtipps können Sie nicht über die Kinderschutz-Zentren beziehen, sondern in jeder Buchhandlung unter Angabe der ISBN-Nummer bestellen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Hören!


Beate Großegger

Kinder der Krise

Jugendliche sind immer eine Schlagzeile wert: als markenverliebte „Style Victims“, hippe Technologie-Trendsetter oder pragmatische Karrieristen. Als Komasäufer, die der Notarztwagen Samstagabend aus der Disco abholt, oder Sprayer, die Privateigentum mit Graffiti verschandeln. Wenn es um die Jugend geht, ist es offenbar sexy, auf dem Klavier der Skandalisierungen zu spielen. Die Jugend des 21. Jahrhunderts ist schwer zu greifen. Immer, wenn man ein klar konturiertes Bild zu entdecken glaubt, droht es gleich wieder zu zerfließen. Das heißt: Ja, Jugendliche sind coole Lifestyle-Kids. Sie sind aber zugleich auch politisch Desillusionierte, prekäre Berufseinstiegspraktikanten und vor allem die großen Verlierer der Krise. Und da sie selbst nicht viel daran ändern können, rudern sie nicht gegen den Strom, sondern lassen sich einfach treiben.

Beate Großegger zeichnet ein differenziertes Bild dieser Jugend. Sie zeigt, wie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf das Lebensgefühl junger Menschen prägenden Einfluss nehmen. Sie bringt die Leserin und den Leser auf Sichtkontakt mit einer Jugendkultur, die das Krisengespenst zumindest auf Zeit vergessen lässt. Und sie widmet sich dem zunehmend schwierigeren Verhältnis zwischen Jugend und Politik.

Dr. Beate Großegger ist stellvertretende Vorsitzende und wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien. Darüber hinaus ist sie als externe Lehrbeauftragte in der akademischen Lehre tätig. Sie arbeitet seit 1996 in der Jugendforschung und gilt über die Grenzen Österreichs hinaus als Expertin für junge Lebenswelten.

Jugendkulturen Verlag KG, Berlin
1. Auflage Juni 2014
150 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-943774-85-6


Kay Biesel / Reinhart Wolff

Aus Kinderschutzfehlern lernen

Eine dialogisch-systemische Rekonstruktion des Falles Lea-Sophie

Im November 2007 kam es in Schwerin zu einem bundesweit aufsehenerregenden Kinderschutzfall. Dabei machte man insbesondere den im Jugendamt tätigen Fachkräften Schuldvorwürfe: Warum war es nicht möglich, den Tod der fünfjährigen Lea-Sophie zu verhindern?
Das Buch zeichnet nach, wie es gemeinsam mit den am Geschehen beteiligten Fachkräften des Jugendamtes der Stadt Schwerin und ausgewählten Praxispartnern unter Beteiligung der Familienmitglieder des verstorbenen Kindes gelang, den Fall mit der Methode des dialogisch-systemischen Fall-Labors zu rekonstruieren und daraus Lehren für die Kinderschutzarbeit zu ziehen.

Kay Biesel (Dr. phil.) ist Professor für Kinder- und Jugendhilfe mit dem Schwerpunkt Kinderschutz an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Kinder- und Jugendhilfe.
Reinhart Wolff (Dr. phil. habil.) war Professor und Rektor an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Heute arbeitet er als Dialogischer Qualitätsentwickler und Praxisforscher.

transcript-verlag, 04/2014
184 Seiten,
kart.
ISBN 978-3-8376-2386-4


dasmaedchenahndbuchElisabeth Raffauf:

Das Mädchenbuch. Die neuen Mädchen - was sie für ihren Weg ins Leben brauchen

"Von außen wirkt es häufig so, als müsste man sich um die Mädchen keine Sorgen machen. Sie sind gut in der Schule, machen ihren Eltern seltener Schwierigkeiten, achten auf ihr Äußeres. Doch Mädchen stehen heute gerade in der Pubertät unter einem unheimlichen Perfektionsdruck. Früher war es so: Mädchen mussten schön sein und Jungen cool. Heute sollen Mädchen schön und cool sein.", meint Diplom-Psychologin und Mädchen-Mutter Elisabeth Raffauf.
(auf: sueddeutsche.de, 11.11.2013)
Und hat deshalb Das Mädchenbuch geschrieben, einen richtig gut lesbaren Elternratgeber. Was bedeutet Mädchensein heute? Haben "die" Mädchen heute früher Sex? Entwickeln sie sich schneller? Dieses Buch spricht alle Fragen an, die Eltern von Töchtern beschäftigen, von der Geburt bis zum Auszug in die weite Welt. Immer wieder kommen die Jugendlichen, Eltern und Expertinnen dabei selbst zu Wort.

Hier bekommen Sie einen ersten Leseeindruck, und das Inhaltsverzeichnis haben wir als PDF bereitgestellt.  Interessant ist auch das Interview, das die Süddeutsche Zeitung mit der Autorin über die Erziehung des "neuen starken Geschlechts" geführt hat.

1. Auflage 2013, Beltz
280 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-407-85965-5

Aus Fehlern lernen, BuchcoverWolff, Reinhart/ Flick, Uwe/ Ackermann, Timo/ Biesel, Kay/ Brandhorst, Felix/ Heinitz, Stefan/ Patschke, Mareike/ Röhnsch, Gundula:

„Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kinderschutz“,

Budrich Verlag, Juni 2013

Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen

ISBN 978-3-8474-0105-6

Schwere Fälle von Kindeswohlgefährdung in den vergangenen Jahren haben eine Debatte darüber ausgelöst, wie man in Deutschland Kinder besser schützen kann. Zwei Strategien haben sich als besonders vielversprechend herauskristallisiert: Frühe Hilfen und  Qualitätsmanagement. Das Projekt „Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kinderschutz“ ist mit mehr als 40 Kommunen der Frage nachgegangen, was für Bedingungen ein gut funktionierendes Kinderschutzsystem braucht. Die Ergebnisse hat das Nationale Zentrum Frühe Hilfen jetzt herausgegeben.


Handbuch Kinder und haeusliche GewaltKavemann, Barbara/Kreyssig, Ulrike (Hrsg.):

Handbuch Kinder und häusliche Gewalt

3. gänzlich überarbeitete Auflage, Springer VS, Wiesbaden 2013
ISBN 978-3-531-18960-4

Leider ist es ein bleibendes Thema, dass Kinder betroffen sind von häuslicher Gewalt zwischen Eltern, dass sie unter dieser Situation leiden und Schaden nehmen. Um die Ängste und Ambivalenzen der betroffenen Mädchen und Jungen zu verstehen, und um geeignete Unterstützung anbieten zu können, bedarf es fundierten Fachwissens. Solches wird in diesem Handbuch erstmals in einem interdisziplinären Zugang zusammengefasst. Fachkräfte aus den Bereichen Soziale Arbeit, Polizei, Justiz, Therapie und Politik erhalten Einblick in vielfältige Fachfragen und Praxisprojekte. Gleichzeitig wird eine Informationsbasis geschaffen, auf deren Grundlage die Bereitschaft zur institutionellen Kooperation – im Sinne eines gelingenden Kinderschutzes – gestärkt werden kann.

Die 3., komplett überarbeitete Auflage des Handbuchs von Barbara Kavemann und Ulrike Kreyssig ist gerade bei Springer VS erschienen. Inhaltsverzeichnis und Vorwort können Sie hier lesen.


Make Love Ann-Marlene Henning, Tina Bremer-Olszewski
 

Make Love - ein Aufklärungsbuch

Rogner Bernhard Verlag Berlin, Mai 2012

ISBN 978-3-95403-002-6
 

Ann-Marlene Henning hat Jura und Neuropsychologie studiert, ist ausgebildete Sexologin und Paar-Therapeutin, sowie Mutter eines Sohnes. Mit der Journalistin Tina Bremer-Olszewski hat sie eine Art Anleitung geschrieben für junge Menschen, wie sie Spaß am Sex haben können. Das Buch regt an, den eigenen Körper zu entdecken, Unsicherheiten zu überwinden, das Reden über Sex zu fördern. Es hilft dabei, eigene Wünsche, aber auch Grenzen zu definieren. Auf den Fachbuch-Bestsellerlisten steht es ganz oben:

"Make Love  ist ein Aufklärungsbuch, wie man es selber gern gelesen hätte: unverklemmt und unverschnörkelt, liebevoll und doch auf der Höhe der Forschung. Und am Ende sogar ein wenig verrucht." Der Freitag

"Ein cooles Buch .. für die Generation, die schon alles gesehen hat. Gleichzeitig ist es ein idealistisches Buch, das die Sprachlosigkeit beenden möchte. ...Es sind romantische Fotos darunter mit verliebten Blicken und Liebkosungen, und es gibt ganz explizite Fotos." Der Spiegel


Bildquelle: www.beltz.deMichael Böwer:

Kindeswohlschutz organisieren

Weinheim und Basel: Beltz Juventa 2012

ISBN-13: 978-3779928096

Angesichts dramatischer Fälle von Kindeswohlgefährdung geht Michael Böwer der Frage nach, wie Jugendämter mit unsicheren und riskanten Praxisbedingungen umgehen und wie sie ihren staatlichen Schutzauftrag gestalten. Auf der Grundlage von Expert(inn)eninterviews mit Leiterinnen und Leitern kommunaler Sozialer Dienste zeichnet Böwer nach, wie es in den befragten Jugendämtern zur Einführung neuer Verfahren und Methoden kommt. Er bezeichnet diese als vielfältige „Neuerfindungen“, die seiner Ansicht nach dazu beitragen, eine „achtsame“ Kinderschutzpraxis zu entwickeln.
Böwer schließt dabei konzeptuell an neuere organisationswissenschaftliche Erkenntnisse an und interessiert sich insbesondere dafür, wie Jugendämter mit gestiegenen Erwartungen, schwer vorhersehbaren und unklaren Fallkonstellationen und turbulenten Umweltbedingungen umgehen und trotzdem ein hohes Maß an Zuverlässigkeit erreichen. Er beschreibt zahlreiche Strategien, die den Jugendämtern und ihren Kooperationspartnern im Sinne "kleiner Erfolge" helfen, mit bestehenden "Halbwegs-Sicherheiten" umzugehen und selbst nach eigenen Fehlern handlungsfähig zu bleiben.



Schließen