Newsletter Nr. 8, Juni 2014
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Newsletter Nr. 8, Juni 2014

1.  Kinder und Jugendliche im Internet – Aktuelle Entwicklungen

Kinderschutz im Internet – das ist ein Thema, an dem Eltern, Erzieher(innen) und Kinderschutzfachkräfte nicht mehr vorbeikommen: Knapp 3 Stunden sind Kinder und Jugendliche unter der Woche täglich online (ard-zdf-onlinestudie.de), Tendenz steigend. Als „Beruhigungsmittel“ für quengelnde Kleinkinder haben Online-Spiele auf dem elterlichen Handy den Fernseher abgelöst. Smartphone und Computer kommen nicht erst in der Schule als Lerninstrument zum Einsatz, sondern bereits in der Kita. Mit einem unglaublichen Tempo hat sich Surfen, Chatten und Spielen im Netz bei Kindern und Jugendlichen etabliert. Genauso schnell haben allerdings auch die Gefährdungen im Internet zugenommen.

Die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch im Web 2.0 haben sich laut polizeilicher Kriminalstatistik 2013 in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt: von 588 auf jetzt 1131.

Ein guter und wirksamer Kindermedienschutz ist also immens wichtig – und eine große Herausforderung, die weniger von Institutionen oder Software bewältigt werden kann und muss als durch Eltern und weitere Bezugspersonen der Kinder.

Kinderschutzfachkräfte müssen Zugänge zu Kindern und Jugendlichen finden und mögliches Gefährdungspotenzial einschätzen können – auch, wenn dieses in der „digitalen Welt“ liegt. Darüber hinaus haben sie die Aufgabe, Eltern zu informieren und sie beim Ausbau ihrer Medienkompetenz zu unterstützen.

Wir haben Ihnen in diesem Newsletter Informationen zusammengestellt, die Ihnen helfen, dieser Herausforderung gerecht zu werden.

 

2. Internet-ABC

Grooming, Bullying, Sexting und Co: Kennen Sie alle diese Begriffe und die Gefährdungen, für die sie stehen?  Diese Web-Seiten bieten Aufklärung:

klicksafe (EU-Initiative für Eltern und Lehrer mit Kinderbereich und Inhalten für Jugendliche)

Das Internet-ABC für Erwachsene und Kinder

Schau hin! (Elternratgeber des BMFSFJ)
Watch your Web (gut gemacht für Jugendliche)

Kindersache.de (Die Kinder-Internetseite des Deutschen Kinderhilfswerkes hat einen Internet-Guide für Kinder entwickelt. Es gibt viele Tipps zum cleveren Surfen, Internet-Begriffe werden kindgerecht erklärt.)

 

3. Zahlen, Fakten, Studien

Wer sich detailiert über das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen infomieren möchte, findet in den folgenden, relevantesten Studien reichlich Wissenswertes. Diese Studien werden turnusmäßig aktualisiert und thematisch überarbeitet.

JIM-Studie: Seit 1998 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) jährlich durchgeführte Basisstudie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien.

KIM-Studie: Seit 1999 ebenfalls vom mpfs durchgeführte Basisstudie zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (6 bis 13 Jahre).

FIM-Studie: Bislang nur 2011 erhobene mpfs-Studie zum Familien-Medienkonsum.

ARD und ZDF Medienstudie
Shell Jugendstudie: Vom Unternehmen Shell seit 1953 alle 4-5 Jahre in Auftrag gegebene Studie unabhängiger Institute zur Lebenssituation Jugendlicher in Deutschland allgemein. Die letzte Studie ist von 2010.

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hat ebenfalls eine interessante Studie herausgebracht über Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt.

Schau hin! Gibt einen Überblick über aktuelle Erhebungen zum Web-spezifischen Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen.

 

4. Hier bekommen Sie Rat: Kinder- und Jugendmedienschützer im Netz

Eine Vielzahl von Institutionen und Initiativen befassen sich mit dem Thema Kinderschutz im Internet und stellen mehrere Angebotsseiten. Hier eine Auswahl:

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)

Deutsches Kinderhilfswerk

sicher online gehen

Verein Internet-ABC e.V.

Ein Netz für Kinder

 

Das BMFSFJ hat unter dem Titel:Dialog Internet - Projekte für eine zeitgemäße Kinder- und Jugendnetzpolitik“ mehrere Initiativen zum Kinder- und Jugendmedienschutz ins Leben gerufen, darunter das I-KiZ: „Zentrum für Kinderschutz im Internet“, das sich mit seinem Angebot an Fachkräfte wie an Familien richtet.

 

Speziell mitz dem Thema Jugendmedienschutz beschäftigen sich die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, KJM, und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien BPJM, oder die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter FSM.

 

5. Sichere Seiten

Neben vielfältigen Informationsseiten zum Thema Kinderschutz im Netz für interessierte Eltern und Pädagogen werden im Internet auch spannende, kurzweilige, wissenvermittelnde und vor allem sichere Seiten für Kinder selbst angeboten.

Dazu zählen etwa die Suchmaschinen FragFINN, Blinde Kuh und www.helles-koepfchen.de.

kindersache.de, sufino.de und Juki bieten sehr schön aufbereitet Nachrichten, Spiele und Aktionen.

Juuuport oder Young Data richten sich an Jugendliche, die sich über Gefahren im Web und wie man damit umgehen sollte, informieren und austauschen wollen.

 

6. Lesenswert

Ein interessanter Blog ist z.B. http://www.meincomputerkind.de/. Eine Mutter schreibt darüber, wie sie ihre Tochter mit Medienkompetenz ausrüstet, damit sie sich eines Tages - wenn sie groß ist - selbst im Internet schützen kann.

Wer die Online-Lektüre mal durch analoges Lesen ergänzen will, hier ein Buch-Tipp:

Das "Facebook-Buch für Eltern" von zwei Medienpädagogen hilft nicht nur Erziehungsberechtigten zu verstehen, was Jugendliche in dem sozialen Netzwerk machen und warum. Diese kommen erfreulicherweise in dem Buch selbst auch zu Wort. Das Buch ist handlich, übersichtlich, gut zu lesen und kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden.



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