Jugendliche in den Blick! – Fachkongress in Kiel setzt auf mehr Partizipation
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Jugendliche in den Blick! – Fachkongress in Kiel setzt auf mehr Partizipation

Jugendliches Aufwachsen ist herausfordernd. Denn die long winding road to adulthood (J.J. Arnett 2004) ist gepflastert mit Stolpersteinen aus schillernden Reizen, geprägt durch wachsende Erwartungen von Eltern und Institutionen und durchsetzt mit vielfältigen Risiken. Sie wird für einige Jugendliche zum prächtigen Boulevard ungeahnter Möglichkeiten, für andere hingegen zum Holzweg oder gar zu einer Sackgasse.

Beim Fachkongress in Kiel konnten einige zentrale Herausforderungen auf diesem Wege – für Jugendliche wie für Fachkräfte und Einrichtungen aus der Kinder- und Jugendhilfe – benannt werden. Partizipation wurde dabei als wesentlicher Baustein zur Bewältigung dieser fortschreitenden Entwicklungsaufgaben herausgearbeitet. Allerdings ist sie längst noch nicht gelebte Praxis!

Partizipation – Zauberformel, Leerstelle oder dynamische Praxis?

Wie Partizipation in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe verstanden und gelebt wird, zeigten jugendliche und erwachsene Forscher vom Stephansstift Hannover und dem Kronberger Kreis für Dialogische Qualitätsentwicklung. In den authentischen Berichten von Jugendlichen aus einem Peer-Forschungsprojekt wurde deutlich, wie sehr Partizipation als ein dynamischer und täglich neu herzustellender Prozess verstanden werden muss.

Die zentralen Vorträge von Ansgar Röhrbein (Märkisches Kinderschutz-Zentrum Lüdenscheid), Klaus Wilting (Institut für Prävention, Hamburg) und Prof. Dr. Kathrin Aghamiri (FH Münster) griffen dann auch dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven auf und erweiterten den Rahmen der Partizipation um strukturelle und rechtliche Aspekte – zeigten aber auch wie es gelingt, Jugendliche in Ihrer Selbsterfahrung zu stärken.

In Workshops konnte diese beteiligungsorientierte Perspektive methodisch ausbuchstabiert werden -  bezogen auf Aufgaben bei der Risikoeinschätzung, in der Fachberatung oder in der Arbeit mit schulverweigernden Jugendlichen.

Neue Medien stärker nutzen!

Frau Prof. Dr. Angela Tillmann von der TH Köln führte ein in mediatisierte Lebenswelten Jugendlicher und in das „Identitäts- und Beziehungsmanagement“, die Jugendliche damit leisten. Anhand von Fernsehformaten wie „Germany`s next Top-Model“ oder dem Gebrauch von Selfies zeigte sie die Möglichkeiten und Risiken in Bezug auf (digitale) Medien und neue Inhalte. Kinder- und Jugendhilfe – so der Tenor der Diskussion - darf sich nicht von den rasanten Entwicklungen abhängen lassen!

Kinderschutz – auch für Jugendliche!

Mit der konzeptionellen Ausrichtung dieser Fachveranstaltung war es uns als Kinderschutz-Zentren aber auch sehr wichtig zu betonen, dass Kinderschutzaspekte nicht nur auf die frühen Jahre verengt werden dürfen. Deshalb haben wir in Kiel insbesondere danach gefragt, was Kinderschutz im Jugendalter heißt, welche fachlichen Aufgaben damit auf uns warten, welche institutionellen Übergänge dabei wichtig sind und welche Themen und Fragen wir vielleicht auch übergehen. In Workshops konnten dazu handlungspraktische Antworten gefunden werden.

Fazit

Der Fachkongress endete mit einer interaktiven Zusammenführung von Workshop-Ergebnissen und einer gemeinsamen Diskussion, aus der sich wichtige fachliche Wegweiser für die Arbeit mit Jugendlichen ableiten lassen. Hier die Ergebnisse auf einen Blick.

 



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