Highlights und Impressionen der Sommerhochschule Kinderschutz 2017
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Aktuelles

Highlights und Impressionen der Sommerhochschule Kinderschutz 2017

07.09.2017

Zur 3. Sommerhochschule Kinderschutz trafen sich vom 1.-3. September 230 Studierende von insgesamt 33 Hochschulen und Universitäten aus Deutschland und der Schweiz an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie in Hamburg. Die Sommerhochschule stand unter Schirmherrschaft von Dr. Melanie Leonhard, Senatorin der BASFI Hamburg und wurde durch Prof. Dr. Andreas Theurich (Rektor der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie), Pastor Dr. Friedemann Green (Vorsteher der Stiftung Das Rauhe Haus), Teresa Siefer (Bundesvorstand der Kinderschutz-Zentren) und Jan Pörksen (Staatsrat BASFI Hamburg) eröffnet.

 

Was braucht gelingender Kinderschutz?

Im Eröffnungsvortrag ging Dr. Elke Nowotny vom Kinderschutz-Zentrum Berlin darauf ein, worauf es in der Kinderschutzpraxis ankommt. Am Beispiel einiger Fallausschnitte wurde so nachvollziehbar, wie schwierig und gleichsam wichtig es ist, eine klare fachliche Haltung zu bewahren. Wenn dies gelingt und damit ein guter Kontakt zu Eltern, dann gelingt auch der Schutz der Kinder - so ihre Botschaft an die Studierenden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinderschutz: Wissen – Können – Haltung

Danach folgten 11 Workshops mit Professorinnen und Professoren verschiedener Hochschulen und Universitäten, in denen - vielfältig wie das Feld sich darstellt - auch ganz unterschiedliche Inhalte, Methoden und Konzepte vorgestellt und diskutiert wurden. Dabei fanden Themen wie Biographiearbeit oder das Verhältnis von Jugendamt und Familiengericht besondere Resonanz bei den Studierenden.

 

 

Ist Kinderschutz eine sozialpädagogische Praxis?

Den Schlussvortrag des ersten Tages lieferte Prof. Dr. Holger Ziegler von der Universität Bielefeld, der in lebendiger und provakanter Weise zeigte, an welchen Stellen Kinderschutzdiskurs und Kinder- und Jugendhilfepolitik kritisch befragt werden müssen und wo Fallstricke im System lauern. Am Ende beantwortete er die zentrale Frage des Vortrags mit einem deutlichen Ja. Kinderschutz sei vor allem eine sozialpädagogische Praxis und sie müsse dies sein, um erfolgreich zu sein!

Am Abend des ersten Sommerhochschultages gab es ein Picknick zum gegenseitigen Kennenlernen sowie eine Führung über das für Soziale Arbeit und ihre Entstehung so interessante Gelände des Rauhen Haus.

 

Wie können Rechte von Kindern in der Praxis gesichert werden?

Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl von der Freien Universität Berlin eröffnete den zweiten Tag mit einem Vortrag zum Thema Ombudschaft und Beschwerde in der Kinder- und Jugendhilfe und konnte darin auf besondere Weise Konzept, Praxis und Forschung zum Thema verknüpfen. Damit konnten sie den Studierenden gut verdeutlichen, wie sich diese Idee entwickelt hat und worauf es in Zukunft ankommen wird.

 

Kinderschutz als vielfältiges Arbeitsfeld

Am Samstagvormittag gab es dann in einer weiteren Workshop-Runde Konkretionen und praxisnahe Vertiefungen, die ebenfalls gut genutzt wurden. Hier wurden weitere Brücken zu einzelnen Praxisfeldern (z.B. Behinderung oder Forschung) geschlagen, also auch methodisches Handeln in den Blick genommen werden (z.B. bei Fachberatung oder im Fallverstehen).

Studentinnen der studentischen Initiative "Augen auf für Kinderschutz"

Studentinnen der studentischen Initiative "Augen auf für Kinderschutz" der Hochschule Landshut

 

Kinderschutz konkret

Danach ging es in die Praxis. Auf dem Programm standen insgesamt 13 Praxisbesuche in Hamburger Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und des Kinderschutzes. Die Studierenden schwärmten aus und konnten unter anderem mit Fachkräften aus Jugendämtern, Kinderschutz-Zentren und Familienzentren in Kontakt kommen.

 

Kinderschutz als selbstbewusste Praxis

Der fachliche und atmosphärische Höhepunkt des Tages war eine Diskussionsrunde zum Thema „Kinderschutz in der Öffentlichkeit“. Im legendären Cafe Kölibri der Gemeinwesenarbeit St.Pauli fanden sich am Samstagabend über 100 Studierende und Fachkräfte aus der Hamburger Fachszene ein, um aktiv an einer Diskussion von Andrea Luksch vom NDR und Thomas Mörsberger (Rechtsanwalt) zur aktuellen Lage des Kinderschutzes und dessen Bild in der Öffentlichkeit teilzunehmen. Das Resümee der von Journalist Burkhard Plemper moderierten Diskussionsrunde war vor allem, dass man mit findigen Kommunikationstricks allein nicht weit kommt, sondern dass Fachkräfte ein grundsätzliches, neues und vor allem klareres Bild ihrer eigenen Praxis zeichnen müssen.

 

Kinderschutzpraxis in der Reflexion

Der Sonntagvormittag wurde zur Reflexion der Praxisbesuche genutzt. Vorbereitet und durchgeführt wurde dies von Prof. Dr. Johannes Richter und Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie. Die Studierenden konnten so einen Einblick in die konkrete Praxis gewinnen und sich ein eigenes Bild machen.

In der Schlussreflexion zur Sommerhochschule gab es viele positive Rückmeldungen, Forderungen nach einer Wiederholung und den Wunsch nach anderen Themen, wie beispielweise Kinderschutz und Migration. Nach drei intensiven Tagen des Lernens und des Austauschs ziehen wir eine positive Bilanz: die Sommerhochschule Kinderschutz ist ein wichtiges Element zur Qualifizierung künftiger Fachkräfte im Kinderschutz.

Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung.



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