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Fachkongress 6/2004

Diagnose Kindeswohlgefährdung:
Helfen unter Erfolgsdruck

Mainz, 28.- 29. Juni 2004


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Zur Person:
Abstract:
Jessika Kuehn-Velten

Dipl.Psych., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Supervisorin, ist seit 16 Jahren in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz am Ev. Krankenhaus in Düsseldorf tätig (stellv. Leitung). Arbeitsschwerpunkte: Diagnostik, Therapie, Prävention über Sinnes- und Selbstwahrnehmung.

Vortrag: Vertieftes Fallverstehen: Das Kind im Blick

Der Gedanke der Kindeswohlgefährdung und ihrer Verhinderung ist - wie der Begriff - ein erwachsenes Konstrukt. Wir Helfer/innen kommen nicht umhin, uns auf die Ebene der Gefühle, Wünsche, Vorstellungen und Gedanken der Kinder einzustellen, die Kinder zu gewinnen für unsere Ideen von Schutz und Hilfe. Jedes Kind begegnet uns als Individuum, als Teil aber auch der Systeme, in denen es lebt - allen voran seiner Familie. Mit allen oft auch im Widerstreit agierenden Anteilen des kindlichen Erlebens und Verhaltens in Kontakt zu bleiben, ist eine Aufgabe, die unsere Geduld und Professionalität nicht selten bis an die Grenze fordert. Aber gerade hier liegen Chancen und Ressourcen für das Ziel, dass Kinder und Jugendliche sich auf Schutz und Hilfe einlassen können. Ambivalenzen ernst nehmen und mit tragen. Zeit lassen, wo manchmal keine Zeit zu sein scheint. Kinder in Hilfeprozesse einbeziehen, ohne ihnen Verantwortung aufzubürden. Keine Versprechungen machen, die ich nicht steuern - und damit halten kann. Familie und Beziehungen zu Eltern achten, auch wenn ich ihre schädigenden Einflüsse sehe. Mein Handeln auch vor dem Kind in Frage stellen, ohne zu verunsichern. In der Reflexion dieser und anderer Thesen darf sich ein hoffnungsvolles Bild davon entwickeln, wie das Kind auch in der akuten Krisen- und Gefährdungssituation im Blick bleiben darf.