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Medizinischer Fachkongress 2/2006

Sexuelle Gewalt, Kindesmisshandlung und Vernachlässigung
Psychodynamik, Diagnostik und Handlungsmöglichkeiten

Samstag, den 04.02.2006 in Oldenburg


Vorwort
Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung ist nicht zuletzt durch die tragischen Ereignisse in Hamburg und Schleswig-Holstein stärker in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt.

Darum fordern nicht nur die Kinderärzte, dass die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen U1- U11 zur Pflicht gemacht werden muss - eine Forderung, die eng einhergeht mit der Absicht der Gesetzesreform, die seit Oktober 2005 für alle professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendhilfe gilt. Seit diesem Zeitpunkt regelt der §8a im SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) den Schutzauftrag des Jugendamtes für Kinder und fordert die gleiche Verbindlichkeit von der frei gemeinnützigen Jugendhilfe ein. Die Reform schreibt bei Risiken und im Fall der Kindeswohlgefährdung qualitative Verfahren und eine enge Verzahnung zwischen den verschiedenen Hilfebereichen vor. Häufig werden in Kinderarztpraxen und Kinderkliniken Kinder als Patienten vorgestellt, bei denen Kindeswohlgefährdung vermutet werden kann.
Damit trotz des komplexen Praxisalltages sensibel und genau hingesehen wird, braucht auch die medizinische Praxis weitere qualitative Standards, mit denen frühzeitig auf eine Gewaltanwendung gegen Kinder reagiert und weiterführende Hilfe ermöglicht werden kann.

Die Fachtagung will aus medizinischer und psychodynamischer Sicht die wichtigsten Grundlagen für das Erkennen und Verstehen von Gewalt gegen Kinder vermitteln.
Renommierte Fachleute aus Medizin und Psychotherapie werden auf den Grundlagen aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse diesen Fortbildungstag gestalten.
"Die Kinderschutz-Zentren" sind der führende Fachverband in Fragen des Kinderschutzes in Deutschland. Sie sind Mitglied in der Bund-Länder-Kommission der Bundesregierung "Kinder und Jugendliche schützen vor sexueller Gewalt und sexueller Ausbeutung" und sind im Auftrag des Bundesjugendministeriums verantwortlich für die Konzeptionsentwicklung von bundesweiten Modellprojekten zum Bereich Kindeswohlgefährdung.

Die Tagung ist durch die Ärztekammer Niedersachsen mit 9 Punkten zertifiziert worden.


Programm

Samstag, 04.02.2006
Eröffnung und Grußwort
09.30 - 10.00 Uhr Prof. Dr. Christoph Korenke, Oldenburg
Stefanie Thiede-Moralejo, Oldenburg

 
Vorträge
10.00 - 11.00 Uhr Medizinische Diagnostik bei sexuellem Kindesmissbrauch - Möglichkeiten und Grenzen
Dr. med. Bernd Herrmann, Kassel
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11.00 - 11.30 Uhr Aussprache, Diskussion
 
11.30 - 12.30 Uhr Diagnostik bei Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung
Jessika Kuehn-Velten, Düsseldorf
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13.00 - 14.00 Uhr Mittagspause
 
Kolloquien
14.15 - 15.30 Uhr
  1. Verletzungsmuster bei körperlicher und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
    Dr. med. Bernd Herrmann, Kassel
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  2. Systemisches Arbeiten mit Familien im Kinderschutz
    Korinna Bächer, Kinderschutz-Zentrum Köln
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  3. Fallarbeit: Sexualisierte Gewalt an Kindern
    Jessika Kühn-Velten, Düsseldorf
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  4. Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Missbrauch an Kindern wahrnehmen und erkennen - Bedeutungen für die kinder- und hausärztliche Praxis
    Monika Lembeck, Oldenburg
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  5. Psychotraumatologische Aspekte und Behandlungsansätze in der psychotherapeutischen Arbeit mit durch Kindesmisshandlung traumatisierten Kindern
    Elke Gimm, Oldenburg
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  6. Familien- und strafrechtliche Aspekte bei Kindeswohlgefährdung -Rechtliche Handlungsspielräume von Ärzten und Therapeuten
    Natalie Weiss, Lübeck
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15.30 - 16.00 Uhr Kaffeepause
 
Vortrag
16.00 - 17.00 Uhr Kindesmisshandlung und kindliches Gehirn - Aktuelle Gesichtspunkte zu Pathogenese, Symptomatik und Therapie
Prof. Dr. Christoph Korenke, Oldenburg
|zur Person/Abstract|
 
17.00 - 17.30 Uhr Aussprache, Diskussion
 
Schlusswort
17.30 - 17.45 Uhr
 

Veranstalter


Die Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org

Kinderschutz-Zentrum Oldenburg
Friederikenstr. 3
26135 Oldenburg

Tagungsort
Kulturzentrum PFL
Peterstr. 3
26121 Oldenburg

Tagungsbeitrag
Teilnehmergebühr € 60,00(Online-Anmeldung)
€ 70,00 (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung)
Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wie eine Verwaltungsgebühr von € 20,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden.

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Ärztetagung