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Fachkongress 10/2003

Beziehungshungrig und grenzenlos -
Sexuell aggressive Jungen zwischen Hilfe und Sanktion

München: 9. - 10. Oktober 2003

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Vorwort
Wenn Jungen durch sexuelle Übergriffe auffallen, wird ihre Tat in den Mittelpunkt gerückt: sie werden zu Tätern, die behandelt werden müssen, um andere vor ihnen zu schützen. Sie gelten nicht mehr als gefährdet in ihrer eigenen psychosexuellen Entwicklung, sondern als gefährlich für die Entwicklung Anderer. Ihre Individualität, ihr lebensgeschichtlicher und sozialer Kontext gerät dabei allzu leicht aus dem Blickfeld. Die mit dem Thema verbundenen Emotionen, Betroffenheiten und Verunsicherungen erzeugen bei den befassten Institutionen einen Handlungsdruck, der den Blick auf die Probleme der Jungen zusätzlich erschwert.

In der Arbeit mit sexuell aggressiven Jungen und ihren Familien begegnen wir häufig Kindern oder Jugendlichen, die in ihren Ausdrucksfähigkeiten hinsichtlich ihrer Bedürfnisse, Sehnsüchte und Widersprüche keine ausreichende Unterstützung erfahren haben. Entsprechend muss ihr sexuell aggressives Verhalten in vielen Fällen vor dem Hintergrund früher Verletzungen, Vernachlässigungs- und Gewalterfahrungen gesehen werden. Der Lebenswirklichkeit dieser Jungen gerecht zu werden hieße, sie einerseits deutlich mit Normen zu konfrontieren, ihnen anderseits aber auch entwicklungsfördernde Hilfen anzubieten. Nicht immer gelingt dabei der Spagat zwischen strafrechtlichen Sanktionen und hilfeorientierten Angeboten der Jugendhilfe in befriedigender Weise.

Im Rahmen der Fachtagung sollen unterschiedliche Aspekte des Umgangs mit sexuell aggressiven Jungen dargestellt werden. Im Hinblick auf mehrperspektivische Hilfeansätze sollen Modelle von Kooperation entwickelt und diskutiert werden.

Die Tagung richtet sich an interessierte Fachleute unterschiedlicher Professionen aus Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Bewährungshilfe und Justiz.

Die Tagung wird gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Frau Ministerin Renate Schmidt hat ihre persönliche Teilnahme angekündigt und wird am 2.Tag einen Redebeitrag halten.


Programm

Donnerstag, 9. Oktober 2003
Eröffnung
10.00 - 10.30 Uhr Begrüßung, Einführung in das Thema
Vorstand Die Kinderschutz-Zentren,
Kinderschutz-Zentrum München,
Programmkomitee

 
Vorträge
10.30 - 11.30 Uhr Verstehen und Strafen
- Über den strafrechtlichen Umgang mit sexuell aggressivem Verhalten von Kindern und Jugendlichen Prof. Dr. Bernhard Haffke, Universität Passau
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11.30 - 12.30 Uhr Täter - Opfer: eine hilfreiche Dichotomie?
Gertrude König, Kinderschutz-Zentrum Wien
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12.30 - 14.00 Uhr Mittagspause
 
Vortrag
14.00 - 15.00 Uhr Fakten - Forschen - Verstehen
Aktuelle Forschungsergebnisse und deren Bedeutung für die Praxis
Dr. Matthias Schmelzle, Tagesklinik Haus Winnicott, Münsterlingen (CH)
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15.00 - 15.30 Uhr Kaffeepause
 
Kolloquien
15.30 -17.00 Uhr
  1. Diagnostik sexuell aggressiven Verhaltens
    Martin Rieger, Kinder- und Jugendpsychiater, Heckscher-Klinik Abteilung Rottmannshöhe, Berg
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  2. Was brauchen Jungen?
    Gelingende Jungensozialisation

    Bernd Drägestein, Mannigfaltig e.V. München
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  3. Die Bedeutung des Umfeldes in der Arbeit mit sexuell aggressiven Jugendlichen
    Ulrich Kaulen, Klaus Machlitt, Kinderschutz-Zentrum Hamburg
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  4. Sexualpädagogik bei sexuell aggressiven Kindern und Jugendlichen
    Sebastian Kempf, profamilia München
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  5. Risikoeinschätzung bei sexuell aggressivem Verhalten
    Dr. Sabine Nowara, Institut für Rechtspsychologie, Waltrop
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  6. Hilfe für die Jungen - Psychodynamische Herausforderungen an die HelferInnen
    Dr. Matthias Schmelzle, Tagesklinik Haus Winnicott, Münsterlingen (CH)
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Freitag, 10.Oktober 2003


Vortrag
9.00 - 10.00 Uhr Beiderseits der Grenze. Das Aggressive in der Sexualität.
Ina-Maria Philipps, Dr. Karlheinz Valtl, Institut für Sexualpädagogik Dortmund
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Rede
10.00 - 10.30 Uhr Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt schützen
Renate Schmidt,Bundesministerim für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
 
10.30 - 11.00 Uhr Pause
 
Forum
13.15 - 14.45 Uhr Hilfeangebote zwischen Beziehung und Sanktion
Ulrike Stahlmann-Liebelt, Staatsanwaltschaft Flensburg
Ulrike Friedrich-Graf, Stadtjugendamt München,
Peter Kurzendörfer, Jugendpsychologisch -jugendpsychiatrischer Dienst, Hamburg
Moderation: Karin Kampwerth, freie Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung
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13.00 - 14.00 Uhr

Mittagspause
 
Kolloquien
14.00 -15.30 Uhr
  1. "Ich hatte mein Gewissen abgestellt ..." - Gruppentherapie für sexuell aggressive Jungen
    Kirstin Dawin, Michael Schwarz, Kinderschutz-Zentrum München
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  2. Sozialtherapie mit jugendlichen Sexualtätern im Justizvollzug
    Stefan Postpischil, Justizvollzugsanstalt München
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  3. Verantwortung statt Verleugnung
    Reiner Kirchmann, Kinderschutz-Zentrum München
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  4. Konfrontative Auseinandersetzung mit männlichen Jugendlichen im Rahmen des Anti-Aggressivitäts-Trainings
    Alexander Diepold, Christoph Liel, Münchner Informationszentrum für Männer
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  5. Aggressivität als Stabilisierung - Einzeltherapie mit sexuell aggressiven Jungen bis 14 Jahre
    Ralph Kortewille, Kinderschutz-Zentrum Kiel
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  6. Kooperation im Hilfenetz - Voraussetzungen für gelingende Hilfen
    Peter Kurzendörfer, Jugendpsychologisch-jugendpsychiatrischer Dienst, Hamburg
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Abschlussforum
16.00 - 16.30 Uhr Resümee der Tagung, Perspektiven

 
Der Veranstalter weist darauf hin, dass Programmänderungen möglich sind.

Veranstalter


Die Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org

Kooperation:
Kinderschutz-Zentrum München
Pettenkofer Str. 10a
80336 München

Unterstützung

Tagungsort
BIZ
Arbeitsamt München
Kapuzinerstr. 30
80337 München

Tagungsbeitrag
Teilnehmergebühr € 115,00 (Online-Anmeldung)
€ 125,00 (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung)
Tagesteilnahme € 60,00 (Online-Anmeldung)
€ 65,00 (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung)
Studenten 50 % Ermäßigung (nur mit Studienbescheinigung)

Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wir ein Verwaltungsgebühr von € 20,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden.

Kongressfest
Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Kinderschutz-Zentrums München sind alle TeilnehmerInnen zum Kongressfest eingeladen.

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Fachtagung München

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