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Fachkongress 7/2002

Gewalttätige Familienkonflikte - Das Kind im Blick
Herausforderungen und Perspektiven für die Jugendhilfe durch das Gewaltschutzgesetz

Mainz: 14. - 15. Juli 2003

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Vorwort
Kinder und Jugendliche erleben im vermeintlich geschützten Lebensraum Familie nicht nur Gewalt in der Beziehung zu ihren Eltern und elterliche Bezugspersonen, sondern sind ebenfalls verstrickt in gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Eltern und u.U. deren LebenspartnerInnen. Angemessene Schutzmaßnahmen und bedarfsgerechte Hilfen für Betroffene sowie nachhaltige Prävention sind das Anliegen der in diesem Kontext tätigen Professionen.

Diese Bestrebungen wurden in den vergangenen Jahren auch durch die Gesetzgebung flankiert: Seit November 2000 ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung im BGB verankert. Am 1. Januar 2002 trat das Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung - kurz Gewaltschutzgesetz - in Kraft. Letztgenanntes Gesetz verbessert zwar den Schutz von Gewalt bedrohter Personen, vor allem von Frauen, berücksichtigt aber in zu geringem Maße die Interessen und das Erleben von Kindern und Jugendlichen - obwohl diese in rund 80 % der Fälle von Paargewalt in der Familie mit betroffen sind.

Die Polizei weist zu Recht darauf hin, dass sie nur für die Erstintervention zur Gefahrenabwendung zuständig ist. Die Frauenhilfe erkennt, dass Kinder von Müttern in Frauenhäusern eigene bzw. andere Unterstützungsmodelle benötigen, als sie von der Frauenhilfe vorgehalten werden. Männerprojekte beklagen, dass sie oftmals keinen Kontakt zu den weggewiesenen Männern bekommen. Jugendhilfe und Kinderschutz müssen klären, wie sie ihre Aufgaben angesichts neuer Zugänge und komplexer Kooperationsbedarfe im Kindeswohlinteresse definieren und mit welchen Angeboten sie dem Hilfeanspruch und der Hilfebedürftigkeit der betroffenen Kinder und Erwachsenen begegnen.

Vor diesem Hintergrund richtet die Tagung den Blick auf betroffene Kinder und Jugendliche und geht der Frage nach, welche Unterstützungsangebote das Hilfesystem jenseits der akuten Krisenintervention bietet, wo es an Grenzen stößt und wo es auch durch stärkere Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Professionen verbessert werden kann.

Die Veranstaltung wendet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe, aus Jugendämtern, Beratungsstellen sowie Kinderschutzeinrichtungen. Darüber hinaus sind weitere Professionen (Frauenhilfe, Polizei, Männerprojekte, FamilienrichterInnen, KinderärztInnen u.a.), wie auch VertreterInnen aus Verbänden und Fachpolitik, angesprochen.


Programm

Montag, 14.Juli 2003
Eröffnung
10.30 - 11.00 Uhr Monika Weber-Hornig
Die Kinderschutz-Zentren

Hanne Stürtz
Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF)

Grußwort
Michael Ebling,
Sozialdezernent der Stadt Mainz
Eröffnungshearing
11.00 - 12.45 Uhr Gewaltschutzgesetz - Hearing zu den Erfahrungen in der Praxis

Frauenhilfe
Sigrid Bürner, Bundesverband autonomer Frauennotrufe e.V. (BaF) Kiel

Männerprojekte
Kay Wegner, Packhaus Kiel
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Polizei
Claudia Kemper, Polizeiakademie Neuss

Familiengericht
Ingrid Sell, Amtsgericht Northeim
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Jugendhilfe
Klaus Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie Köln
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Moderation:
Thomas Mörsberger, Landeswohlfahrtsverband Baden, Leiter des Landesjugendamts
 
13.00 Uhr Mittagspause

Vortrag
14.15 - 15.00 Uhr Gewalttätige Konflikte in der Familie im Erleben von Kindern
Strukturen, Ursachen, Prävention und Intervention
Renate Blum-Maurice, Kinderschutz-Zentrum Köln
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Arbeitsgruppen
15.30 -17.30 Uhr
  1. Verstrickt und Allein
    Therapeutische Arbeit mit Kindern
    Brigitte Topp-Deckers, Kinderschutz-Zentrum Köln
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  2. Gruppenpsychotherapeutische Angebote - eine Chance für die Kinder
    Anett Stein, Evangelische Beratungsstelle Köln
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  3. Polizeiliche Intervention als Einstieg in die Hilfe
    Claudia Kemper, Polizeifortbildungsinstitut Neuss
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  4. Die familiengerichtliche Praxis bei Wohnungszuweisung
    Ingrid Sell, Amtsgericht Northeim
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  5. Hilfeangebote für gewalttätige Väter
    Axel Eisenbraun-Mann, Pfunzkerle Tübingen
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  6. Parteiliche Beratung für Mütter
    Sigrid Bürner, BaF Kiel
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  7. Leid(t)linien der Kooperation
    Ergebnisse der Regionalkonferenzen in Schleswig-Holstein
    Irene Johns, Kinderschutz-Zentrum Kiel; Angelika Sydow, Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie des Landes Schleswig-Holstein
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Dienstag, 15.Juli 2003


Vorträge
9.00 - 10.00 Uhr Auswirkungen familialer Gewalt auf die kindliche Entwicklung
Kognitive, emotionale, psycho-soziale Aspekte
Dr. Heinz Kindler, Deutsches Jugendinstitut München
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10.30 - 11.30 Uhr Gewaltschutz in der Eigenwilligkeit von Jugendhilfe- und Familienrecht
Wegweisung als integraler Bestandteil oder Störfaktor am Kindeswohl orientierter Arbeit und Entscheidungen?
Dr. Thomas Meysen, DIJuF Heidelberg
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12.00 - 13.00 Uhr Mittagspause
 
Arbeitsgruppen
13.15 - 14.45 Uhr
  1. Rolle und Aufgabe des ASD
    Herta Schmitt und Silvia Eckert, Jugendamt Mannheim
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  2. Aufsuchende Arbeit in Familien in Krisensituationen
    Jürgen Zimmermann-Höreth, Familienberatungsstelle der Stadt Köln
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  3. Wegweisung und Konsequenzen für den Umgang
    Dr. Eginhard Walter, Bezirksjugendamt Tempelhof-Schöneberg, Berlin
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  4. Erfahrungen aus dem Modellversuch
    Platzverweisverfahren in Baden-Württemberg
    Uwe Stürmer, Innenministerium Baden-Württemberg
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  5. Kooperation auf Kommunaler Ebene
    Andrea Winkelbauer, Interventionsstelle Burgenland Oberwart, Österreich
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  6. Migrationsspezifische Hilfen
    Birgit Sitorus, Verband binationaler Familien und Partnerschaften Frankfurt/M.
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  7. Weggewiesene Väter als Adressaten der Jugendhilfe
    Wolf Sartorius, KinderSchutzZentrum Mainz
Fazit
15.00 - 15.30 Uhr Hilfe ist mehr als Intervention Anforderungen an das Hilfesystem
Irene Johns, Kinderschutz-Zentrum Kiel
 
15.30 - 16.00 Uhr Live Chat
bei Kaffee und Kuchen mit den ReferentInnen und AG-LeiterInnen

Veranstalter


Die Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org

Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V.
Postfach 10 20 20
69010 Heidelberg
Tel. 06221/98180
Fax: 06221 / 981828
E-Mail: institut@dijuf.de
www.dijuf.de

Programmkoordination
Wolf Sartorius
KinderSchutzZentrum Mainz
Lessingstr. 25
55118 Mainz

Tagungsort
Erbacher Hof
Akademie des Bistums Mainz
Grebenerstr. 24-26
55116 Mainz
Tel.: 06136 / 257-523
Fax: 06131 / 257-525
E-Mail: ebh.akademie@Bistum-Mainz.de
Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie auf den Internetseiten des Erbacher Hofs unter: www.kath.de/bistum/mainz/ebh/wegbeschreibung.pdf

Tagungsbeitrag
Der Tagungsbeitrag beinhaltet die Tagungsgebühr incl. Vollverpflegung ( 7 Einheiten ohne Zusatzgetränke)
Teilnehmergebühr:
€ 150,00 (Online-Anmeldung)
€ 160,00 (Post-/Fax-Anmeldung)

Studenten:
50 % Ermäßigung (nur mit Studienbescheinigung)

Zusätzlich besteht die Möglichkeit in der Tagungsstätte die Übernachtung zu buchen.
Übernachtungskosten im Einzelzimmer (mit Frühstück): Euro 38,00
Übernachtungskosten im Doppelzimmer (mit Frühstück): Euro 32,00 p.P.
Die Übernachtungskosten gelten nur in Verbindung mit den Teilnehmergebühren. Wir weisen darauf hin, dass die Bettenzahl im Erbacher Hof begrenzt ist. Reservierungen erfolgen in der Reihenfolge der Anmeldungen. Anreise am Vorabend nach Absprache möglich.

Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wir ein Verwaltungsgebühr von Euro 20,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden. Bei Zimmerbestellung muss eine Abmeldung 28 Tage vor Beginn der Tagung erfolgen. Bei späteren Abmeldungen muss der gesamte Übernachtungspreis in Rechnung gestellt werden.

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Fachtagung Kinderschutz-Zentren