| Fachkongress 2/2006
Hilfeprozess im Konflikt
Handlungskompetenz der Jugendhilfe bei Kindeswohlgefährdung
16.-17.Februar 2006 in Hamburg
Vorwort
Familien in denen das Wohl von Kindern gefährdet ist, gehören zum Arbeitsalltag der Kinder- und Jugendhilfe. Es sind Familien mit Belastungen durch Erziehungs- und Beziehungsprobleme, durch Biographien voller Katastrophen und Enttäuschungen, Belastungen durch soziale Benachteiligung, Armut, gesundheitliche Beeinträchtigungen und die Sorge, dass familiäre Konflikte entgleisen könnten. Dies alles äußert sich häufig in einer Haltung der Verleugnung, der Selbstverachtung bis hin zur vermeintlichen Ignoranz gegenüber allen Schwierigkeiten. Die Scham des Scheiterns und der Wunsch nach Veränderung bleiben so leicht unentdeckt.
Die professionellen HelferInnen der Jugendhilfe wissen um diese Problematik. Trotzdem sind sie nicht vor Impulsen der Abwehr und vor Wünschen nach einfachen Lösungen gefeit - umso mehr als die Schutz- und Entwicklungsbedürfnisse von Kindern betroffen sind.
Wie gelingt es, mit den Familien ein Hilfeverständnis zu entwickeln und angesichts vielfältiger Schwierigkeiten und Beschränkungen immer wieder neu zu entfalten? Wie kann der Kontakt zu hoch belasteten Eltern und Kindern hergestellt und gehalten werden? Und dies so früh wie möglich und nicht erst, wenn die Krisen eskaliert sind? Wie ist eine Risikoeinschätzung möglich bei gleichzeitigem Bemühen, tragfähige Hilfebeziehungen herzustellen? Wie können Konfrontation und Konflikt mit den Eltern in einer Weise riskiert werden, die Veränderungswünsche stärkt und nicht schwächt? Wie können Kompetenzen und Verantwortlichkeit der betroffenen Familien gestärkt werden?
Diese Fragen sind nicht nur vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion um Kinderschutz, die anläßlich tragischer Fälle von Kindesvernachlässigung derzeit in Hamburg geführt wird, von Interesse. Sie haben durch die novellierten rechtlichen Rahmenbedingungen für den Kinderschutz besondere Aktualität erhalten: Durch den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGBVIII) wurden sowohl die Aufgaben des Jugendamtes als auch die der Träger der freien Jugendhilfe konkretisiert.
Dies stellt alle Beteiligten vor zusätzliche Herausforderungen. Auch hier ist es notwendig, der Verführung zur Vereinfachung zu widerstehen und die erforderliche Kooperation im Hilfesystem kompetent und zukunftsweisend zu gestalten. Die damit verbundene fachpolitische Initiative braucht die Unterstützung durch die Fachkräfte der Jugendhilfe, die mit ihren differenzierten Positionen zur qualitativen Weiterentwicklung des Hilfesystems beitragen.
Programm
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Donnerstag, 16.02.2006
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| 8.00 Uhr |
Eröffnung des Kongressbüros
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| 9.00 - 9.30 Uhr |
Begrüßungskaffee
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| Begrüßung/Einleitung
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| 09.30 - 10.00 Uhr |
Cordula Stucke / Ralf Slüter, Kinderschutz-Zentren Hamburg und HH-Harburg (DKSB)
Monika Weber-Hornig, Vorstand Die Kinderschutz Zentren
Grußwort
Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram Präses der Behörde für Soziales und Familie der Freien und Hansestadt Hamburg
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| Vortrag
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| 10.00 - 11.00 Uhr |
Schutzauftrag der Jugendhilfe
Prof. Dr. Reinhard Wiesner, Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin |zur Person/Abstract| |
| 11.00 - 11.30 Uhr |
Pause
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| Vortrag
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| 11.30 - 12.30 Uhr |
...in Beziehung kommen - Kontakt und Widerstand in der Elternberatung
Georg Kohaupt, Kinderschutz-Zentrum Berlin |zur Person/Abstract| |
| 12.30 - 14.00 Uhr |
Mittagspause
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| Podiumsdiskussion
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| 14.00 - 15.30 Uhr |
Forum: Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe- Beziehung oder Meldung ?
Christine Gerber, Jugendamt München
Dr. Erwin Jordan, Institut für soziale Arbeit, Münster
Dr. Wolfgang Hammer, Behörde für Soziales und Familie Hamburg
Dr. Thomas Meysen, Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht, Heidelberg
Moderation: Irene Johns; Kinderschutz-Zentrum Kiel /DKSB LV-SH
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| Hamburger Kinderschutzgespräche
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| 14.00 - 15.30 Uhr |
Moderierte Arbeitskreise
Mit spezifischen Fragestellungen zum Schutzauftrag der Jugendhilfe |Abstract|
Präsentation Im Foyer werden die Beiträge präsentiertErgebnisse werden digitalisiert und allen TeilnehmerInnen per e-Mail zugesandt.
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Freitag, 17.02.2006
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| 8.30 - 9.00 Uhr |
Begrüßungskaffee
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| Vorträge
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| 09.00 - 09.45 Uhr |
Kindeswohlgefährdung - Von der Checkliste zur persönlichen Risikoabschätzung
Christine Gerber, Jugendamt München |zur Person/Abstract| |
| 09.45 - 10.30 Uhr |
Helfen oder Kontrollieren - Beziehungsgestaltung in Fällen schwerer Kindeswohlgefährdung
Dr. Friedhelm Kron-Klees, Saarbrücken |zur Person/Abstract| |
| 10.30 - 11.00 Uhr |
Pause
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| Workshops
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| 11.00 - 13.00 Uhr |
- Soziales Frühwarnsystem - Hilfen und Risikoabschätzung im Verbund
Thomas Weyand, Kinderschutz-Zentrum Essen und Marimar Delmonte Kindertageseinrichtung Blauer Elefant Essen-Mitte, DKSB |zu den Personen/Abstract|
- Wenn geholfen werden muss - aufsuchende Familientherapie bei Familien mit Risikokonstellation
Regine Dülks, Kinderschutz-Zentrum Köln |zur Person/Abstract|
- Aufgabe des Jugendamtes: Kontrolle oder Hilfe?
Wahrnehmung von familiären Wirklichkeiten und die Konsequenzen für das professionelle Handeln Dr. Friedhelm Kron-Klees, Saarbrücken |zur Person/Abstract|
- Alles Rechtens? Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung - neue Herausforderungen und Verantwortlichkeiten in der Praxis
Dr. Thomas Meysen, Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht Heidelberg |zur Person/Abstract|
- Risikoabschätzung in der Betreuung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern
Verena Förderer, Hamburg |zur Person/Abstract|
- Elternarbeit in Kindertagesstätten
Britt Dünhölter, Kinderschutz-Zentrum Gütersloh |zur Person/Abstract|
- Schwierige Familien - schwierige Helferbeziehungen
Professionelle Kooperation im Kinderschutz Mathias Heinsohn-Krug, Erziehungsberatungsstelle Ratzeburg |zur Person/Abstract|
- Kriterien- und prozessorientierte Gefährdungseinschätzung
Vorstellung des Praxishandbuches Kindeswohlgefährdung und Allgemeiner Sozialer Dienst (Hg. Deutsches Jugendinstitut München) Susanna Lillig, Deutsches Jugendinstitut, München |zur Person/Abstract|
- Schwierigkeiten und Herausforderungen in der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe
Christiane Mettlau, REBUS, Hamburg Gabi Spieker, Behörde für Soziales und Familie, Hamburg |zu den Personen/Abstract|
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| 13.00 - 14.00 Uhr |
Mittagspause
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| Vortrag
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| 14.00 - 15.00 Uhr |
Präventionsarbeit mit Hochrisikofamilien - Kooperation von Gesundheits- und Jugendhilfe
Peter Lukascyk, Jugendamt Düsseldorf |zur Person/Abstract| |
| Zusammenfassung und Ausblick
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| 15.00 - 15.30 Uhr |
Cordula Stucke / Ralf Slüter, Kinderschutz-Zentren Hamburg und HH-Harburg (DKSB)
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| 15.30 - 16.00 Uhr |
Ausklang
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Veranstalter
Die
Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org
In Zusammenarbeit mit:
Kinderschutz-Zentrum Hamburg (DKSB)
Kinderschutz-Zentrum Hamburg-Harburg (DKSB)
Förderung
Der Kongress wird gefördert durch
Die Behörde für Soziales und Familie der Freien und Hansestadt Hamburg
Tagungsort
Bürgerhaus Wilhelmsburg
Mengestr. 20
21107 Hamburg
Tagungsbeitrag
| Teilnehmergebühr |
€ 95,00(Online-Anmeldung) |
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€ 105,00(Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung) |
| Tagesteilnahme |
€ 50,00(Online-Anmeldung) |
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€ 60,00(Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung) |
| StudentInnen |
50 % Ermäßigung (nur bei Vorlage einer Studienbescheinigung) |
| Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wie eine Verwaltungsgebühr von € 25,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden. |
Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Hamburg2006
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