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Fachkongress 8/2007

Risiko Gewalt
- Gewalterfahrungen von Kindern mit einer Behinderung

27. August 2007 in Essen


Bedeutung des Tagungsthemas
Mädchen und Jungen mit Behinderungen sind noch in weitaus stärkerem Maße von (sexueller) Gewalt betroffen als ihre Altergenossen ohne Behinderung. Sie können drohende Übergriffe schlechter erkennen, wahrnehmen, artikulieren und haben weniger Möglichkeiten sich zu schützen.
Viele Kinder und Jugendliche sind mit ihren gewaltsamen Erfahrungen allein gelassen, weil sie aufgrund ihres Handicaps nicht in der Lage sind, sich Hilfe zu holen. Hinzu kommt, dass es im Hilfesystem zwischen Jugend- und Behindertenhilfe zu wenig qualifizierte Einrichtungen und Gesprächspartner gibt, die mit ihrer spezifischen Kompetenz ein angemessenes Hilfeangebot machen könnten.
Noch immer ist (sexualisierte) Gewalt und Behinderung ein weitgehend tabuisiertes Thema, was auch bei professionellen HelferInnen für Irritationen sorgt. Ein offensiver Umgang damit ist jedoch die Voraussetzung für wirksame Prävention und die Entwicklung von Hilfeangeboten für betroffene Kinder und Jugendliche und deren Familien.

Fragestellungen
Was ist die besondere Dynamik bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder mit geistiger Behinderung?
Welche Möglichkeiten der Diagnostik gibt es?
Wie kann in Schulen und Einrichtungen der Behindertenhilfe Prävention geleistet werden?
Welche Hilfen können betroffenen Kindern und ihren Familien angeboten werden? Welche Anforderungen stellen sich an die Beratung? Welche Formen der Kooperation und Vernetzung sind notwendig? Wie kann mit übergriffigen Kindern mit geistiger Behinderung pädagogisch und/oder therapeutisch gearbeitet werden?

Ziele
Die Tagung vermittelt Grundlagenwissen und will Zugangswege zum Kinderschutz und der Behindertenhilfe sowohl für Fachleute als auch für betroffene Kinder und ihre Familien öffnen. Interdisziplinäre Kooperation und Vernetzung zwischen Jugendhilfe und Behindertenhilfe sollen angestoßen und der Austausch ermöglicht werden. In den praxisorientierten Arbeitsgruppen können die TeilnehmerInnen anhand von Fallbeispielen konkrete Handlungsmöglichkeiten für Ihren Arbeitsalltag diskutieren.

Adressaten
Die Tagung richtet sich an FachkollegInnen aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie an LehrerInnen und MitarbeiterInnen in Einrichtungen der Behindertenhilfe.


Programm

Montag, 27. August 2007
Begrüßung/Einleitung
09.30 Uhr Heike Pöppinghaus, Kinderschutz-Zentrum Essen
 
Vorträge
10.00 - 11.00 Uhr Diagnostik und Psychodynamik bei sexualisierter Gewalt gegen Jungen und Mädchen mit geistiger Behinderung
Dr. Ursula Robertz, Kinder- und Jugendpsychiatrie Viersen
|zur Person/Abstract|
 
11.00 - 12.00 Uhr Sexualisierte Gewalt in Institutionen der Behindertenhilfe - Möglichkeiten von Prävention und Intervention
Ralf Specht, Institut für Sexualpädagogik, Hamburg
|zur Person/Abstract|
 
11.30 - 12.00 Uhr Mittagspause
 
Moderierte Arbeitsgruppen
13.30 - 15.30 Uhr
  1. Schwerpunkt Prävention
    Was kann ich tun? - Möglichkeiten und Grenzen präventiver Arbeit
    Moderation: Ralf Specht, Institut für Sexualpädagogik, Hamburg
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  2. Schwerpunkt (Beziehungs)Diagnostik
    Wenn die Beziehungen nicht mehr halten - Gewaltdynamik in Familien mit einem behinderten Kind
    Moderation: Martin Nolte, Haus Hall, Gescher
    |zu den Personen/Abstract|
  3. Schwerpunkt Beratung
    Kein Fall ist wie ein anderer - Beratung und Therapie mit betroffenen Kindern und Jugendlichen
    Moderation: Marianne Dahm, Kinderschutz-Zentrum Kiel
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  4. Schwerpunkt Kooperation
    Wer - Wie - Wann? Kooperation zwischen Jugendhilfe und Behindertenhilfe
    Moderation: Heike Pöppinghaus, Kinderschutz-Zentrum Essen
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15.30 - 16.00 Uhr Kaffeepause
 
Vortrag
16.00 - 17.00 Uhr Sexuell übergriffig und geistig behindert - Möglichkeiten und Grenzen therapeutischer Arbeit
Michael Schwarz, Kinderschutz-Zentrum München
|zur Person/Abstract|
 
17.00 Uhr Ende der Veranstaltung
 
Der Veranstalter weist darauf hin, dass Programmänderungen möglich sind.

Veranstalter


Die Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org

Kinderschutz-Zentrum Essen
Kinderschutzbund, OV Essen
Weberplatz 1
45127 Essen

Tagungsort
Haus der Begegnung
Weberplatz 1
45127 Essen

Tagungsbeitrag
Der Tagungsbeitrag beinhaltet die Teilnehmergebühr ohne Verpflegung und Tagungsgetränke.
Teilnehmergebühr € 70,00(Online-Anmeldung)
€ 80,00(Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung)
Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wie eine Verwaltungsgebühr von € 20,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden.

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Essen2007