| Fachkongress
6/2004 Diagnose Kindeswohlgefährdung:
Helfen unter Erfolgsdruck
Mainz, 28.- 29. Juni 2004
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Vorwort
Wird eine Kindeswohlgefährdung vermutet, sind die Handlungsmöglichkeiten für professionelle HelferInnen alles andere als eindeutig, vielmehr bewegen sie sich in einem Prozess komplexer Herausforderungen.
Sie wissen, wenn es einem Kind sehr schlecht geht, befindet sich fast immer auch seine Familie in einer schweren Krise. Um die spezifische Situation des Kindes einzuschätzen, seine Not zu verstehen und sein Hilfeanliegen ernst zu nehmen, kann - auch im Kindeswohlinteresse - auf ein Hilfeangebot an die Familie nicht verzichtet werden. Vertrauen zu gewinnen, Ressourcen zu entdecken und Risiken nicht zu übersehen braucht Zeit und eine reale Chance, eine (schützende) Hilfebeziehung zu gestalten.
Auf der anderen Seite kann es notwendig sein oder werden, zügig Schutzmaßnahmen zu ergreifen, bevor Kinder weiterhin schweren Gefährdungen ausgesetzt sind. Auf dem Weg zu einer angemessenen Hilfeplanung folgen weitere Herausforderungen: Die Eltern sollen beteiligt werden. Was aber tun, wenn sie die Zusammenarbeit verweigern? Auch wenn ein Zugang zur Familie gelungen ist, kommt es dennoch häufig zu unterschiedlichen Einschätzungen. Wie kann ein vertrauensvoller Kontakt gehalten und können gleichzeitig Konflikte ausgetragen werden - oder Forderungen vermittelt werden?
Auch die Kinder sollen in den Hilfeprozess einbezogen werden. Wie ist das in altersgerechter Weise möglich? Wie kann mit Kindern in Loyalitätskonflikten angemessen umgegangen werden? Was gilt, wenn ein Risiko besteht, dass die betroffenen Kinder durch die Teilnahme an Hilfeplankonferenzen psychisch überfordert sind oder gar retraumatisiert werden?
Zudem stellt sich die Frage nach der Kooperation: Welche Informationen müssen oder dürfen ausgetauscht werden, insbesondere zwischen freien Trägern und Jugendamt? Welche verbindlichen Formen des Krisenmanagements sind ratsam oder auch erforderlich? Wie ist es möglich, unterschiedliche und manchmal widersprüchliche Standpunkte und Vorschläge der beteiligten Fachleute in einer sinnvollen Hilfeplanung zusammenzuführen?
Und wie steht es mit dem Risiko strafrechtlicher Folgen für die eigene Person, falls "etwas passiert", eine Frage, die sich häufig MitarbeiterInnen der sozialen Dienste bei den Jugendämtern stellen. Die Tagung fragt danach, unter welchen Bedingungen der in dieser komplexen Situation entstehende Erfolgsdruck von den HelferInnen bewältigt und besonnen und kompetent in Handeln umgesetzt werden kann. Neuere gesetzliche Entwicklungen sowie fachliche Strategien und Modelle der Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern werden vorgestellt und diskutiert.
Programm
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Montag, 28. Juni 2004
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| Eröffnung und Grußwort
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| 10.30 - 11.00 Uhr |
Monika Weber-Hornig
Vorstand Die Kinderschutz-Zentren
Hanne Stürtz
Geschäftsführerin Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF)
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| Grußwort |
Michael Ebling
Sozialdezernent der Stadt Mainz
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| Vorträge
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| 11.00 - 11.45 Uhr |
Kindeswohlgefährdung zwischen TATsache und sozialer Konstruktion Wie werden Kindeswohlgefährdungen wahrgenommen?
Prof. Dr. Mechthild Seithe, Fachhochschule Jena |zur Person/Abstract| |
| 12.00 - 12.45 Uhr |
Präzisierung des Schutzauftrages der Jugendhilfe auch im Recht
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin |
| 12.45 - 14.30 Uhr |
Mittagspause
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| Vortrag
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| 14.30 - 15.15 Uhr |
Hurry slowly! Oder: Was man nicht kann erfliegen, muss man erhinken. Konflikthafter Kontakt zu Eltern
Georg Kohaupt, Psychologe, Kinderschutz-Zentrum Berlin |zur Person/Abstract| |
| Arbeitsgruppen
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| 15.45 - 17.30 Uhr |
- Rechtliche Fragen zur Kooperation öffentlicher und freier Träger
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin
- Widerstand und Gegenübertragung im Konflikt um das Kindeswohl
Georg Kohaupt, Psychologe, Kinderschutz-Zentrum Berlin |zur Person/Abstract|
- Beratende Fallkoordination als Kooperationsmethode in Krise und Konflikt
Vorstellung eines Qualifikationsmodells Monika Weber-Hornig, Die Kinderschutz-Zentren Hanne Stürtz, DIJuF |zu den Personen/Abstract|
- Kinderschutz braucht DatenschutzInformationsbedürfnisse und Datenschutz im Spannungsverhältnis
Dr. Thomas Meysen, Jurist, DIJuF |zur Person/Abstract|
- Der Umgang mit traumatisierten Kindern
Ursula Bülow-Beermann, Dipl. Psych. PP, Neckargmünd |zur Person/Abstract|
- Was brauchen Kinder - was ertragen Kinder?
Wilma Weiß, Albert Schweitzer Kinderdorf, Hanau |zur Person/Abstract|
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Dienstag, 29. Juni 2004
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| Vorträge
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| 09.00 - 10.00 Uhr |
Vertieftes Fallverstehen: Das Kind im Blick
Jessika Kuehn-Velten, Psychologin, Kinderschutzambulanz Düsseldorf |zur Person/Abstract| |
| 10.30 - 11.30 Uhr |
Kind in Gefahr - HelferIn in Not! Was braucht der/die HelferIn, um fachlich und freundlich zu bleiben?
Monika Thiesmeier, Sozialarbeiterin & Supervisorin, Bad Ems |zur Person/Abstract| |
| 11.30 - 13.30 Uhr |
Mittagspause |
| Arbeitsgruppen
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| 13.30 -15.00 Uhr |
- Verwirrt, verstrickt und ziemlich cool ...
Kinder im Konflikt Jessika Kuehn-Velten, Psychologin, Kinderschutzambulanz Düsseldorf |zur Person/Abstract|
- Kinderschutz - Widerstreitende Gefühle und professionelle Rolle
Monika Thiesmeier, Supervisorin, Bad Ems
- Ressourcen sehen - Risiken erkennen!
Besonnene Planung von Hilfen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung Wolfgang Ruthemeier, Jugendamt Osnabrück |zur Person/Abstract|
- Kindeswohlgefährdung als mediales Ereignis - Strategien im Umgang mit Presse und anderen Medien
Jürgen Hörstmann, Pressereferent im Landratsamt des Enzkreises |zur Person/Abstract|
- Stärken bündeln - Herausforderungen annehmen
Flexible Hilfegestaltung im Schnittfeld öffentlicher und frei-gemeinnütziger Jugendhilfe Hiltrud Göbel-Glembeck, ASD-Leiterin, Jugendamt Mainz Wolf Sartorius, Familienberater, KinderSchutzZentrum Mainz |zur Person/Abstract|
- Garantenstellung oder Kann ich den Staatsanwalt in der Schublade lassen?
Dr. Thomas Meysen, Jurist, DIJuF Andrea Groß-Bölting, Fachanwältin für Strafrecht, Wuppertal |zu den Personen/Abstract|
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| Abschluss
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| 15.00 - 16.00 Uhr |
Quo vadis Jugendhilfe?
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Der Veranstalter weist darauf hin, dass Programmänderungen möglich sind.
Veranstalter
Die
Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org
Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) e.V.
Poststr. 17
69115 Heidelberg
Tel.: 0 62 21/98 18-0
Fax: 0 62 21/98 18-28
E-Mail: institut@dijuf.de
Internet: www.dijuf.de
Tagungsort
Erbacher Hof
Akademie des Bistums Mainz
Grebenstr. 24-26
55116 Mainz
Tel.: 0 61 31/2 57-0 Fax: -514
Die Tagungsstätte liegt inmitten der Mainzer Altstadt.
Tagungsbeitrag
Der Tagungsbeitrag beinhaltet die Tagungsgebühr inkl. Vollverpflegung (7 Einheiten ohne Zusatzgetränke und ohne Übernachtung). Es gibt eine begrenzte Möglichkeit, Zimmer im Erbacher Hof zu buchen. Preis: 65 € inklusive Frühstück.(Übernachtungen können auch online gebucht werden.)
| Teilnehmergebühr |
€ 160,00 € 170,00 | (Online-Anmeldung) (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung) |
| Tagesteilnahme |
€ 85,00 € 90,00 | (Online-Anmeldung) (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung) |
| Studenten |
50 % Ermäßigung (nur mit Studienbescheinigung) |
Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wir ein Verwaltungsgebühr von € 20,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden.
Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Kindeswohl
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