Presse
Newsletter Februar 2012.2
1. Jahrestreffen des Frühe Hilfe Netzwerkes der Kinderschutz-Zentren
Das bundesweite Netzwerk Frühe Hilfen der Kinderschutz-Zentren hat vom 13. - 15.2. 2012 in Köln getagt.
Geprägt war das Treffen der Fachkräfte durch das mit Jahresbeginn in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz. Diskutiert wurde vor allem, welche Veränderungen im Bereich Frühe Hilfen zu erwarten sind. Das neue Gesetz bestätigt zum einen die Relevanz Früher Hilfen, und formuliert zum anderen einen klaren Auftrag an die öffentliche Jugendhilfe, stärkere Netzwerkarbeit zu betreiben. Bestehende Strukturen sollen genutzt, erweitert, oder ggf. neue geschaffen werden. Für die freien Träger ergeben sich daraus eine Vielzahl offener Fragen:
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2. Familien (Gewalten) – Risikokonstellationen für die Entwicklung von Kindern
Gewalt in Familien hat viele Gründe und Ursachen, die bei den einzelnen Familien auf dem Hintergrund ihrer persönlichen Lebenserfahrung und ihre persönlichen Lebensbedingungen unterschiedlich stark zum Tragen kommen. Selten gibt es eine einfache Erklärung und Abhilfe dafür, dass eine Familie in eine sie überwältigende Krise geraten ist.
Gewalt als Scheitern in einem Konflikt mit den Kindern geht häufig einher mit gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Eltern. Kinder sind in den Prozess der Gewalt zwischen den Elternteilen vielfältig verstrickt.
In der Beratungspraxis der Kinderschutz-Zentren zeigt sich, dass sich die Gewaltverhältnisse in Familien verändert haben, dass sie komplexer geworden sind, und dass unterschiedliche Faktoren in ihrer Verbindung zur Eskalation führen können. Diese neuen Entwicklungen werden auf dem Fachkongress in Bremen vom 15.03.-16.03.2012 vorgestellt.
Weitere Informationen hier.
3. Konsequenzen aus dem „Fall Chantal“: mehr Kontrolle oder mehr Kommunikation?
Vor einem Monat ist die elfjährige Chantal in Hamburg durch das Methadon ihrer Pflegeeltern gestorben. Dass das Kind suchtkranker Eltern bei einer Pflegefamilie mit ebenfalls hoher Suchtbelastung lebte, führte zu heftiger Kritik an dem zuständigen Jugendamt wie dem Senat. Sozialsenator Detlev Scheele hat daraufhin die Eignungsprüfung für Pflegeeltern verschärft, alle 1400 Pflegefamilien der Hansestadt überprüfen lassen, sowie die Einrichtung einer unabhängigen „Pflegefamilien-Inspektion“ angekündigt. Sie soll das System der Jugendhilfe stärker kontrollieren und Mitte des Jahres ihre Arbeit aufnehmen.
Aber braucht es tatsächlich mehr Kontrolle in Kinder-und Jugendhilfe? Andere Experten sehen im Fall Chantal eklatante Kommunikationsmängel als Ursache des Übels. Können stärkere Vernetzungen von Gesundheitswesen, Sozialbehörden und freien Trägern Todesfälle wie den von Chantal verhindern? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit! Auf unserer Startseite können Sie einen Kommentar zu diesem Thema schreiben, und sich über unsere Publikationen sowie unseren Kongress „Wenn es zu Hause nicht mehr geht…! (Traumatisierte) Kinder in Pflegefamilien“ informieren.
4. Neues vom Informationsdienst der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik
Kolleg(inn)en, die sich immer auf dem aktuellen Stand der Jugendhilfeentwicklung in Deutschland halten möchten, empfehlen wir den Informationsdienst "KomDat Jugendhilfe – Kommentierte Daten der Jugendhilfe". Hierbei handelt es sich um den Informationsdienst der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat), er ist kostenlos und kann hier heruntergeladen werden. In der neuesten Ausgabe finden Sie einen Artikel zu dem Thema: Warum steigen die Hilfen zur Erziehung. Hintergrund ist ein Positionspapier, das von den SPD-geführten Bundesländern zum Thema Neuorientierung der Hilfen zur Erziehung vorgelegt wurde.
http://www.akjstat.uni-dortmund.de
5. Babyklappen in Deutschland
Seit 1999 existiert das Angebot der anonymen Kindesabgabe in Deutschland. Babyklappen sind in der Fachöffentlichkeit äußerst umstritten. Das Deutsche Jugendinstitut in München hat jetzt eine umfangreiche Studie zu diesem Thema vorgelegt. Die Studie finden Sie hier.
6. Berufliche Fortbildung:
1. Kindeswohlgefährdung durch sexuelle Gewalt
Im Mai beginnt die modulare Fortbildung zum Thema sexuelle Gewalt. Alle Infos rund um Veranstaltungsort und Referent(inn)en finden Sie hier.
2. Kommunikation und Körpersprache - ein Seminar für Mitarbeiter(innen) in psychosozialen Berufen.
Vom 4.-5. Juni findet die Fortbildung in Köln statt. Das Seminar möchte durch Theorie und praktische Übungen vermitteln, wie Sie ausreichend Sicherheit und Souveränität erlangen, um sowohl spontane als auch vorbereitete Gesprächssituationen im sozialen Arbeitsfeld zu meistern. Weitere Infos gibt es hier.
7. Literaturempfehlung
Besuchen Sie unseren Online-Buchshop. Dort finden Sie unsere aktuellen Publikationen mit ausführlicher Beschreibung. Unsere neuesten Veröffentlichungen sind:
- Hilfe...! - Über Wirkungen, Risiken und Nebenwirkungen im Kinderschutz
Köln, April 2011
Preis: 12,95€
- Kinder im Spannungsfeld elterlicher Konflikte
Köln, September 2011
Preis: 16,95€


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