Abgestimmte Hilfen bei sexueller Gewalt – zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen
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FACHKONGRESSE

Abgestimmte Hilfen bei sexueller Gewalt – zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen

Jahreskonferenz zum Thema Sexuelle Gewalt

01./02. Dezember 2022 | Digitalkongress


Sexuelle Gewalt und sexuell motivierte Grenzverletzungen sind massive Eingriffe in die Entwicklung von Kindern und führen zu erheblichen Schädigungen ihrer Entwicklung und Bewusstseinsbildung. Von sexueller Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche und ihre Familien brauchen daher spezifische Formen der Hilfe und Unterstützung. Gleichzeitig sind Fälle sexueller Gewalt meist belastet mit erheblichen Beziehungsdynamiken und Loyalitätskonflikten, Tabuisierung und Scham.

Neben präventiven Ansätzen sind dabei insbesondere abgestimmte Hilfen zwischen unterschiedlichen Hilfesystemen von Bedeutung, um die betroffenen Kinder und die Familien aufzufangen und Unterstützung zu ermöglichen. Passgenaue und bedarfsgerechte, individuelle Hilfe ist dabei vor allem auf das abgestimmte Zusammenspiel von Kinder- und Jugendhilfe und Medizin angewiesen. Denn gerade über diese Systeme entstehen Kontakt und Beziehung, liegen Chancen des Vertrauensaufbaus als auch der gezielten psychosozialen und medizinisch-therapeutischen Hilfen. Dies gelingt im Einzelfall aber nur, wenn alle Beteiligten um ihre Aufgaben wissen und diese gut erfüllen (können), aber auch wenn es klare und transparente Kommunikationswege sowie überhaupt verfügbare regionale Hilfeangebote gibt.

Insbesondere folgende Fragen stehen dabei zur Diskussion:

  • Welche Rahmenbedingungen fördern oder hindern abgestimmte Hilfen?
  • Wie wirken sich neue rechtliche Rahmenbedingungen (wie das KJSG oder das NRW-Landeskinderschutzgesetz) oder fachliche Standards (z.B. die ärztlichen S3+Leitlinien zum Handeln von Ärzt*innen bei Kindeswohlgefährdung) denn nun auf einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen aus?
  • Welche Formen der Unterstützung für Kinder und Jugendliche liegen an der Schnittstelle der beiden Systeme?
  • Und welche Aufgaben haben eigentlich die Kinder- und Jugendhilfe und medizinische Berufe und Einrichtungen in diesem Feld? Und welche neuen Arbeitsansätze gibt es hier?
  • Wo liegen ihre Chancen und wo liegen ihre Grenzen?

 

Die 4. Jahreskonferenz der Kinderschutz-Zentren zum Thema der sexuellen Gewalt beleuchtet in diesem Jahr diese Aspekte der Kooperation. Es werden sowohl neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, aktuelle Rahmenbedingungen als auch praktische Handlungsmöglichkeiten geprüft und diskutiert. Wir wollen Kooperation nicht als leere Programmformel, sondern konkret und praxisbezogen auf ihre Umsetzung hin diskutieren und prüfen, so dass sie als konkrete Hilfe bei den Kindern, Jugendlichen und Familien ankommt.

Der Fachkongress richtet sich bundesweit an alle Fach- und Leitungskräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, juristischer Handlungsfelder, in medizinisch-therapeutischen Einrichtungen und in der Kindertagesbetreuung sowie weiteren für den Kinderschutz wichtigen Arbeitsfeldern.

In einem vielfältigen Programm vermitteln Expert*innen Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung und bringen ihre praxisnahen Erfahrungen und Konzepte aus der Kinder- und Jugendhilfe und aus dem Gesundheitswesen mit ein.

 

Der Fachkongress wird digital aus den Räumen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren übertragen. Alle Veranstaltungen finden mit der Software Zoom statt. Die Einwilligung in die Nutzung dieses digitalen Formats wird mit der Anmeldung erteilt.

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