“Plötzlich ist alles anders …”
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“Plötzlich ist alles anders …”

Am 19. und 20. Juni haben sich ca. 50 Expertinnen und Experten aus Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Gesundheitswesen getroffen, um das Thema der plötzlichen Behinderung eines Elternteils und die Auswirkungen auf die gesamte Familie zu diskutieren.

Es wurde deutlich, dass es für betroffene Kinder und Jugendliche zu wenig Unterstützungsangebote in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe und insbesondere in den Unfall- und Rehakliniken gibt.

Es wurde in Vorträgen gezeigt, welche Konsequenzen die plötzliche Behinderung eines Elternteils auf das ganze Familiensystem und die gewohnte Lebenssituation haben kann. Traumata, Panik, Angst, Hilflosigkeit und Schuldgefühle kennzeichnen häufig das künftige Leben. Wie eine Unterstützung der betroffenen Kinder und Jugendlichen gelingen kann, wurde anschaulich in sehr praxisorientierten Workshops vorgestellt und erprobt.

Ausgangspunkt für den Kongress war das Projekt „Sichtweise“ des Vereins Kunststück Familie e. V. in Kooperation mit dem Atelier artig, in dem sich Betroffene künstlerisch mit dem sie belastenden Thema auseinandersetzen konnten. In Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist hier ein Trickfilm entstanden, der auf beindruckende und nachfühlende Weise ihre Situation deutlich werden lässt.

Darüber hinaus wurde das Erleben und die Gefühle betroffener Kinder in dem Kinderbuch „Papas Unfall“ geschildert, das in Unfall- und Rehakliniken, aber auch von weiteren Helferinnen und Helfern sowie von Familienangehörigen für die Gespräche mit den Kindern genutzt werden kann.

Veranstalter und Expert(inn)en stimmten darin überein, dass dieses Thema stärker in den Fokus der Kliniken, aber auch der Psychotherapeut(inn)en und Pädagog(inn)en der Jugend- und Behindertenhilfe gerückt werden muss. Gefordert sind hier auch das öffentliche Gesundheitswesen und die Sozialhilfeträger.

Für die Kämpgen-Stiftung, die sowohl diesen Kongress wie auch das Projekt „Sichtweise“ und das Buch gefördert hat, sowie für das Atelier artig als Kooperationspartner ist diese Veranstaltung der Auftakt für die Entwicklung von Strukturen zur Verbesserung der Situation für betroffene Kinder und Jugendliche.



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