Heimliche Gesetzesreform?
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Heimliche Gesetzesreform?

Leistung statt Hilfe - dies könnte das neue Credo im Kinderschutz werden.

Leistung statt Hilfe - dies könnte das neue Credo im Kinderschutz werden

Glaubt man den Gerüchten rund um die geplante Reform des SGB VIII, könnte dies bereits zum 01.01.2017 Realität werden. Von vielen Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe noch unbeachtet, sind in den letzten Wochen und Monaten von Seiten der Bundesregierung umfangreiche gesetzliche Änderungen vorbereitet worden. Mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz soll ein inklusives Kinder- und Jugendhilferecht geschaffen, und eine grundlegende Reform des SGB VIII eingeleitet werden. Dies wird für die Mitarbeiter(innen) und Träger der Jugendhilfe zu weitreichenden Veränderungen führen.

Irritierend an diesem „Reformprozess“ ist jedoch die Tatsache, dass bis heute noch keine offiziellen Gesetzesentwürfe vorliegen und lediglich auf kleinen, exklusiven Arbeitstagungen einige Teilaspekte von Seiten des Ministeriums vorgestellt wurden. Offensichtlich will man die Fachöffentlichkeit so lange wie möglich außen vor lassen.

Es drängt sich die Frage auf, warum der Diskurs gescheut wird. Spekuliert die Politik darauf, dass in der Sommerpause die kritische Aufmerksamkeit nachlässt und wenig Zeit für fachliche Stellungnahmen bleibt? Oder ist man mit der eigenen Planung so unter Zeitdruck, dass man kompetente Kritik scheut?

Die Kinderschutz-Zentren werden diesen Prozess kritisch begleiten und über ihre Internetseite, ihre sozialen Netzwerke und über ihren Newsletter kurzfristig und aktuell informieren. Den passenden Rahmen für Diskussion bietet vor allem das 11. Kinderschutzforum – dem Ort, wo über den dann hoffentlich vorliegenden Gesetzesentwurf debattiert und gestritten werden kann.