Safer Internet Day: Gefahren einschätzen - Kinderschutz im Netz stärken
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Aktuelles

Safer Internet Day: Gefahren einschätzen - Kinderschutz im Netz stärken

Das Informationsangebot Klicksafe hat am 5. Februar 2019 erneut bundesweit zum Safer Internet Day aufgerufen, um  sich gemeinsam unter dem Hashtag #lauteralshass gegen Hass,  Beleidigungen und Mobbing  im Netz zu stellen. Die Aktion, die sich gegen sogenannte Hate Speechs oder Hassreden im Netz positioniert, thematisiert eine Problematik, die auch eine tragende Rolle im Kinderschutz einnimmt.

Mehr Transparenz für Kinderschutz im Netz

Immer mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich unsicher im Netz und wünschen sich sichere digitale Räume. Auch im Zuge der erschütternden Ereignisse in Lügde konzentrieren sich die Debatten nicht nur auf den Personalbedarf in Jugendämtern und den Strafverfolgungsbehörden. Das Augenmerk liegt auch auf der Meldepflicht von Internet-Providern und der zentralen Forderung den Kinderschutz im Netz zu stärken und transparenter zu gestalten. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert in Anlehnung an die bereits bestehende Kinderschutz-Kommission in Baden-Württemberg selbiges auch für das Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Digitalen Kinderschutz ausbauen

Auch die Kinderschutz-Zentren sehen in diesem Bereich zwingend Handlungsbedarf. Wie sich bereits auf unserem Fachkongress  >> Digitaler  Kinderschutz - Chancen und Risiken für die Soziale Arbeit << im Juni 2015 herauskristallisiert hat, ist die Auseinandersetzung mit der rasanten Digitalisierung und den Sozialen Medien ein tragendes Aufgabenfeld der Kinder- und Jugendhilfe. Das bedeutet nicht nur, dass sich die Jugendhilfe mit der  Nutzung digitaler Medien auseinandersetzen muss; auch die Gefahren sollen im Blick stehen, die an digitale Prozesse und Räume, in denen sich die Kinder und Jugendlichen vermehrt bewegen, geknüpft sind.

Digital Natives stärken

Die Schülerumfrage „Digital Na(t)ives“, an der 19 Schulen der Jahrgangsstufen fünf bis zehn im Landkreis Emsland teilgenommen haben belegt, dass 49% der Befragten 10jährigen innerhalb des letzten Jahres einen Kettenbrief erhalten haben, der ihnen Angst gemacht hat. 21 Prozent der Schüler*innen wurden laut der  Umfrage dazu aufgefordert Nacktbilder von sich zu versenden. Unterschiedliche Portale stellen Fachkräften, Eltern und Interessierten Materialien und Angebote zur Verfügung, die nicht nur die Gefahren transparent machen, sondern  Hilfe im Umgang mit Cybermobbing und sexuellen Übergriffen im Netz anbieten. Anlässlich des Safer Internet Days hat der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) mit der Plattform wissen-hilft-schützen eine weitere digitale Anlaufstelle geschaffen, die den Kinderschutz im Netz vorantreibt.

Die Kinderschutz-Zentren werden sich auch künftig im Rahmen von Foren, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und anderen themenspezifischen Angeboten für einen verstärkten Kinderschutz im Netz stark machen und sehen die Verabschiedung eines Jugendmediengesetzes als unerlässlich.