Aktionswoche: "Kinder aus Suchtfamilien"
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Aktionswoche: "Kinder aus Suchtfamilien"

Kinder und Jugendliche von suchtkranken oder psychisch erkrankten Eltern

Schätzungsweise 3,8 Millionen Kinder wachsen in Deutschland mit suchtkranken oder psychisch erkrankten Eltern auf. Als Reaktion auf die destabilisierenden Erkrankung oder Störung der Eltern entwickeln Kinder und Jugendliche oft individuelle Strategien. Je nach Alter und Entwicklungsstand zeigen sich demnach unterschiedliche Verhaltensmuster: Die Kinder und Jugendlichen übernehmen parentale Funktionen und Rollen, ziehen sich zurück, äußern aggressives oder selbstverletzendes Verhalten, flüchten sich selbst in die Sucht und / oder suchen nach anderweitiger psychischer Kompensation.

Kooperation der Systeme

Um den betroffenen Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern frühzeitig mit Hilfe- und Unterstützungsangebote zur Seite stehen zu können, ist eine gut funktionierende Kooperation der Systeme eine Voraussetzung. Damit ist ganz besonders die Zusammenarbeit von Fachkräften aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber auch Lehrkräften, dem Fachpersonal der Eingliederungshilfen und die Fachstellen für Suchthilfe gemeint. In der, von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren im September 2017 herausgegebenen, Publikation „Psychische Erkrankung und Sucht – Passende Hilfen für betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern“ hebt Elisabeth Schmutz, vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz, hervor, dass ein einziges Hilfesystem dem komplexen Unterstützungsbedarf alleine „nicht umfassend gerecht werden kann“. Damit Kooperationen gelingen können, müssen Gelegenheiten geschaffen werden, die das „wechselseitige Kennen- und Verstehenlernen der Leistungsbereiche, ihrer zentralen Akteure, deren Rollen und Aufgaben“ ermöglicht.

Innerfamiliäre Dynamiken auf grund psychischer Erkrankungen

Psychische Erkrankungen einzelner Familienmitglieder haben Auswirkungen auf die gesamte familiäre Lebenswelt und das Umfeld. Betroffene Kinder und Jugendliche sind von der Anspannung, Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit, die solche Situationen mit sich bringen ganz besonders belastet. Oftmals wird die Problematik, wie Jessika Kuehn-Velten in ihrem Beitrag „Was psychische Erkrankung / Sucht mit Familien macht“ betont, als Familiengeheimnis behandelt und tabuisiert. Um mit den innerfamiliären Problemen und Belastungen umgehen zu können, entwickeln Kinder und Jugendliche individuelle Strategien: Schulkammerad*innen werden nicht nach Hause eingeladen, um die Fassade von der „normalen Familie“ aufrechtzuerhalten, ältere Kinder und Jugendliche kümmern sich oftmals um ihre kleineren Geschwister, um nicht den Verdacht von Kindergärtner*innen und Lehrkräften auf sich zu ziehen. Die Kinder und Jugendlichen übernehmen also nicht selten einen großen Teil der Verantwortung, woraus sie ein höheres Maß an Selbstständigkeit gewinnen und in andere Rollen schlüpfen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Die Hilfesysteme müssen für diese Ist-Zustände besonders sensibilisiert sein, die Kinder und Jugendlichen in ihren Rollen wahrnehmen, ihre Lebenswirklichkeit aufgreifen und ihnen dabei helfen, gemeinsam mit dem psychisch erkrankten Elternteil die Problematik Stück für Stück zu bewältigen.

Fachkongress Oldenburg 2019

Die Kinderschutz-Zentren werden vom 28. bis 29. November 2019 einen Fachkongress unter der Überschrift „Psychische Erkrankungen in der Familie – Dynamiken und Handlungsmöglichkeiten“ ausrichten. Dort soll es unter anderem darum gehen, wie sich psychische Erkrankungen der Eltern auf Kinder auswirken, welche Kooperationsmodelle sich zwischen Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie bewährt haben und welche Auswirkungen eine Alkoholabhängigkeit in der Schwangerschaft auf die Gesundheit und Entwicklung des Kindes hat.

Berufliche Weiterbildung zum Thema

Hier gibt es das Berufliche Weiterbildungsangebot der Kinderschutz-Zentren auf einen Blick.

Im Buch-Shop der Kinderschutz-Zentren zum Thema:

"Psychische Erkrankung und Sucht - Passende Hilfen für betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern"



 

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