Internationale Woche gegen Rassismus
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Aktuelles

Internationale Woche gegen Rassismus

In Deutschland leben 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, über die Hälfte trägt die deutsche Staatsbürgerschaft. Je jünger die Altersgruppe ist, desto höher ist der Migrationsanteil, was bedeutet, dass jedes dritte Kind im Alter von unter 5 Jahren einen Migrationshintergrund hat. Für das Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe verkörpern sie somit eine wichtige Zielgruppe und gestalten zu einem nicht unerheblichen Teil den pädagogischen Alltag. Insbesondere für Fachkräfte und ehrenamtlich engagierte Büger*innen ist deshalb eine rassismus- und diskriminierungskritische sowie migrationssensible Haltung wichtig; sie soll in das Umfeld der Kinder und Jugendlichen transportiert und in diesem gestärkt werden.

 

Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und Ehrenamtliche

Auch wenn die Aufgabe Diskriminierung und Vorurteile zu überwinden, ein gesamtgesellschaftlicher Prozess ist, sind die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe oft die erste Anlaufstelle für von Rassismus und  vorurteilsmotivierten Ausgrenzungen und Gewalttaten betroffene Kinder und Jugendliche. Aus diesem Grund ist die stetig vertiefte Auseinandersetzung der Fachkräfte mit den Spannungsfeldern, die sich aus der gesamtgesellschaftlichen Vielfalt und den daraus resultierenden Folgen für die Kinder- und Jugendhilfe ergeben,  essentiell. Insbesondere Unsicherheiten, die sich aus kulturelle Praktiken und auch Lebenssituationen sowie Stereotypien und Fremdheitsgefühlen ableiten lassen, sollen im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen sowie andere dem Austausch und der Prävention gewidmete Foren bearbeitet und beseitigt werden. Für den Kinderschutz gilt es zu erkennen, welche unterschiedlichen Anforderungen sich aus den stetig pluralisierenden Gesellschaftsstrukturen entwickeln und welche Herangehensweisen für die Kinder- und Jugendhilfe sinnvoll erscheinen.

Rassistisch motivierte Übergriffe und strukturelle Diskriminierungen stellen ein Entwicklungsrisiko für die betroffene Kinder und Jugendliche dar und werden häufig von anderen gesellschaftlichen Machtverhältnissen, wie Geschlecht oder Sexualität, beeinflusst und müssen deshalb in die Auseinandersetzung miteinbezogen werden.

Fachkongresse der Kinderschutz-Zentren zum Thema

Die Kinderschutz-Zentren haben im vergangenen Jahr einen Fachkongress zum Thema unter dem Titel „Kinderschutz in der Einwanderungsgesellschaft – Vielfalt von Werten und Erziehungsbildern als professionelle Herausforderung“ organisiert und ausgerichtet und werden sich im September 2019 in Berlin mit den Herausforderungen der gesellschaftlichen Vielfalt und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die modernen Hilfe- und Bildungssysteme auseinandersetzen.