Polizeiliche Kriminalstatistik 2018
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Aktuelles

Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Die Polizeiliche Kriminalstatistik, kurz PKS,  kumuliert sich aus den Landesdaten der 16 Landeskriminalämtern. In der Statistik enthalten, sind ausschließlich bekannt gewordene rechtswidrige Straftaten,  weshalb von einer sogenannten Ausgangs-Statistik die Rede ist. Nach dieser Definition, werden nicht die Anzahl der in einem Jahr begangenen, sondern polizeilich ausermittelten Straftaten widergespiegelt. Zahlreiche Fälle haben sich demnach bereits im Jahr zuvor oder noch früher ereignet.

Die Dunkelziffern - inoffiziell geschätzte Zahlen -  weichen von der PKS gravierend ab. So hält der NRW-Innenminister Herbert Reul in Bezug auf die PKS-Zahlen 2017 fest, dass bei dem sexuellen Missbrauch von Kindern „von einem extrem hohen Dunkelfeld auszugehen ist“. Das Bundeskriminalamt untermauert den Sinn und Zweck der Dunkelfeldforschung mit der Begründung, dass „ein Großteil der begangenen Straftaten der Polizei nicht bekannt werden."1

Die PKS-Zahlen sind abhängig von unterschiedlichen Faktoren, beispielsweise dem Anzeige- und Registrierungsverhalten der Bürger*innen. Die teil- oder gesamtgesellschaftliche Sensibilisierung für eine bestimmte Deliktsart und/oder Präventionsmaßnahmen können somit nicht nur zu einer erhöhten Anzeigebereitschaft ergo höheren Zahlen, sondern auch zu einem Rückgang der Deliktsart führen. Höhere Zahlen zum Vorjahr müssen also nicht zwingend mit einer drastischen Deliktszunahme zusammenhängen, niedrigere Zahlen keine tatsächliche Verbesserung versprechen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik fungiert unter anderem als Grundlage für kriminalpolitische Maßnahmen und wird als Begründung für neue Gesetzes- und Verordnungsbeschlüsse herangezogen. Für den Kinderschutz stehen Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor sexueller Gewalt im Vordergrund und die Forderung, Ressourcen auf politischer Ebene zu aktivieren, um Jugendämter, Justiz, Polizei und die Hilfe- und Beratungsangebote der Kinder- und Jugendhilfe - insbesondere auch den Frühen Hilfen - adäquat und tatkräftig zu unterstützen.

 

Übersicht der Hellfeldzahlen

Im Bereich des sexuellen Missbrauchs nach den §§176, 176a und 176b ist der Statistik für das Jahr 2018 eine Hellfeldziffer von 12.321 Fällen zu entnehmen, im Vorjahr waren es 11.547. Die Zunahme kann,  wie einleitend angerissen, unterschiedliche Gründe haben, die jedoch in der PKS nicht erfasst beziehungsweise nicht evaluiert worden sind. Wie sich die Hellfeldziffer im Bereich des sexuellen Missbrauchs zusammensetzt visualisiert die nachstehende Grafik:

 

Die Hellfeldziffern im Bereich „Tatmittel Internet“ nach §§176, 176a, 176b StGB belaufen sich auf insgesamt 1.754 Fälle, im Vorjahr waren es 1.442. Das „Tatmittel Internet“ bezieht sich auf Fälle, bei denen das bloßes Einstellen ins Netz bereits Tatbestände erfüllt und Delikte, bei denen das Internet als Kommunikationsmedium zur Tatbestandsverwirklichung genutzt wird. 97% der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzen ein internetfähiges Smartphone und 71% nutzen einen eigenen Laptop – diese Ausgangssituation nutzen Täter*innen zur ungestörten Kontaktaufnahme.2 Wenn Täter*innen im Internet gezielt Kontakt zu Kindern und Jugendlichen suchen ist vom sogenannten „Cybergrooming“ die Rede. In Chaträumen wird Vertrauen hergestellt, das oft über lange Zeiträume intensiviert und als Basis zur Einwilligung in private „offline“ Treffen genutzt wird. Bei diesen Treffen mit vertrauten Fremden, kommt es immer wieder vor, dass Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden.

 

Übersicht der Hellfeldzahlen „Verbreitung, Erwerb und Besitz der Darstellung sexuellen Kindesmissbrauchs“

 

Im Bereich der Verbreitung, dem Erwerb und Besitz der Darstellung sexuellen Kindesmissbrauchs, sogenannter kinderpornografischer Schriften, ist der Statistik für das Jahr 2018 eine Heldfeldziffer von 7.449 Fällen zu entnehmen, im Vorjahr waren es 6.512. Wie sich die Hellfeldziffer in diesem Bereich zusammensetzt visualisiert die nachstehende Grafik:

Weitere Informationen zur Polizeilichen Kriminaltstatistik finden Sie hier.

1 Siehe "Dunkelfeldforschung"

2 Zitate: ebenda

3 JIM-Studie 2018, S. 6