Bundesweites Frühe Hilfen Treffen der Kinderschutz-Zentren: Geburtstraumata und ihre Folgen
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Bundesweites Frühe Hilfen Treffen der Kinderschutz-Zentren: Geburtstraumata und ihre Folgen

Manche Frauen erleben die Geburt ihres Kindes als entwürdigendes, demütigendes, gewaltvolles und schmerzhaftes Ereignis. Sie fühlen sich ohnmächtig und ausgeliefert, was unverarbeitet nicht selten zu posttraumatischen Belastungsstörungen bei den Müttern führt. Dies beeinflusst nicht nur das Leben der Mütter auf negative Weise, sondern kann auch Folgen für den Beziehungs- und Bindungsaufbau zum Säugling haben und damit eine gesunde Entwicklung der Säuglinge gefährden. 

 

Mit diesem Thema haben sich die Kolleg*innen der Frühen Hilfen in den Kinderschutz-Zentren im Rahmen ihrer bundesweiten Sitzung vom 12.-14. Februar 2020 in Köln beschäftigt. Als Expertin war dazu Viresha J. Bloemeke[1]aus Hamburg eingeladen, die von ihren Erfahrungen als Hausgeburtshebamme und ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie in ihrer Praxis in Hamburg berichtete und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung für die Mütter aufzeigte. 

 

Häufig leiden Mütter nach einer traumatischen Geburt unter Schuld- und Versagensgefühlen, empfinden Angst und/oder eine innere Leere, sind müde und erschöpft, extrem reizbar oder leiden unter Panikattacken, ohne dass sie sich diese Zustände immer erklären könnten oder den Zusammenhang zu den sie überwältigenden Geburtserfahrungen herstellen. Dazu trägt auch eine gesellschaftliche Tabuisierung des Themas bei. Betroffene Mütter werden häufig nicht verstanden und ernstgenommen, bzw. trauen sich erst gar nicht, das Thema anzusprechen.  

 

Die Verarbeitung der Gewalterfahrungen ist individuell sehr unterschiedlich und abhängig von der Schwere des Erlebnisses, individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, weiteren vorgeburtlichen belastenden Situationen, dem Vorhandensein eines unterstützenden Umfeldes usw.. 

 

Betroffene Mütter brauchen:

  • Verständnis und Informationen über das Thema Geburtstrauma
  • Möglichkeiten einer professionellen Begleitung und Unterstützung
  • Informationen darüber, was ihnen passiert ist und traumapädagogische Erklärungen  
  • Eine gute Geburtsvorbereitung, um mögliche Komplikationen besser bewältigen zu können
  • Rahmenbedingungen, die eine „selbstbestimmte“ Geburt sichern

 

Die Kinderschutz-Zentren setzen sich aktiv für ein gesundes Aufwachsen von Kindern ein. Dafür brauchen Mütter optimale Bedingungen für ihre Entbindung, und gute Vor- und Nachbetreuungsmöglichkeiten. Dazu braucht es einerseits genügend Hebammen, aber auch weitere Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, den Frühen Hilfen oder anderen Anlaufstellen, die für das Thema sensibilisiert sind und ggf, traumapädagogische Hilfen geben können oder in entsprechende Angebote weiterleiten können. 

 



[1]Autorin des Buches „Es war eine schwere Geburt. Wie schmerzliche Erfahrungen heilen“, Kösel-Verlag München 2015

 



 

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