Elemente digitaler Qualifikationen im Kinderschutz
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Elemente digitaler Qualifikationen im Kinderschutz

Die Folgen der Corona-Pandemie haben sich auch und insbesondere auf die Kommunikationsformen unserer Lebens- und Arbeitswelt ausgewirkt. Wo auch immer es ging und geht, fand und findet vieles ausschließlich digital statt: Besprechungen mit den Kolleg*innen, Beratung von Klient*innen, Vernetzung mit externen Akteur*innen und auch Angebote der beruflichen Fort- und Weiterbildung mussten im Zuge von Covid-19 rasch auf digitale Formate umgestellt werden. Aber was ist wichtig für die digitale Kinderschutz-Qualifizierung?

Kinderschutz-Fortbildungen brauchen geschützte Räume, auch online!

Wichtig und unabdingbar ist dabei immer der geschützte Rahmen. Kinderschutzthemen konzentrieren sich auf die Vernachlässigung, psychische/seelische, körperliche und sexuelle Gewalt an Kindern in unterschiedlichen Ausprägungen. Die Teilnehmer*innen setzen sich im Rahmen der Fortbildungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie beispielsweise Formen der Kindeswohlgefährdung, aber auch der eigenen Haltung und dem Erwerb von selbstreflexiven Elementen auseinander. 

Die Präsenzveranstaltungen der Kinderschutz-Zentren legen besonderen Wert auf einen dialogischen Prozess und bieten neben Fachexpertise und Handlungsschritten die Möglichkeit zum Austausch mit verschiedenen kinderschutzrelevanten Berufsgruppen. Denn gerade der präventive und kooperative Kinderschutz lebt von fachlicher Vernetzung, Zusammenarbeit und dem Dialog. 

Die Online-Seminare der Kinderschutz-Zentren orientieren sich an den Standards der Präsenzveranstaltungen und stellen sicher, dass die Teilnehmer*innen und die Referent*innen Kinderschutzthemen in entsprechenden, teils moderierten, geschützten digitalen Räumen gemeinsam und in Kleingruppen diskutieren können, Lernprozesse in Gang gesetzt, begleitet und eigene berufliche Entwicklungschancen gewährleistet sind.   

Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Die Lebenswelt vieler Kinder und Jugendlichen wird von digitalen Medien dominiert. Für die Fach- und Leitungskräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, in medizinisch-therapeutischen Einrichtungen, der Kindertagesbetreuung und natürlich auch für die Lehrkräfte bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die digitale Transformation auch ein zentraler Bestandteil der eigenen Arbeit werden muss. Wenn sich Fachkräfte in den Räumen digitaler Fort- und Weiterbildungen bewegen, schafft dies erfahrungsgemäß Sicherheit und baut Berührungsängste ab. Die im Vordergrund stehende Qualifizierung ermöglicht, sich mit gängigen digitalen Werkzeugen vertraut und die Veränderungen der eigenen Arbeitswelt Stück für Stück beherrschbar zu machen. Denn Kinder und Jugendliche digital begleiten und schützen zu wollen, geht damit einher, sich in der digitalen Welt relativ barrierefrei bewegen zu können.

In der Kinder- und Jugendhilfe gewann in den letzten Jahren die Diskussion über die Relevanz der Digitalisierung zunehmend an Bedeutung (vgl. Kutscher u.a. 2020)1. Kinderschutzrelevante Akteur*innen beklagen, oftmals zu Recht, die aufgrund der hohen Arbeitsbelastungen und strukturell schwieriger Arbeitsbedingungen fehlenden Kapazitäten, sich mit digitalen Veränderungen und Formaten auseinandersetzen zu können. Dennoch wurden in den letzten Monaten große Anstrengungen unternommen: Laut einer DJI-Onlineumfrage reagierten beispielsweise 89% der befragten 575 Jugendämter auf die veränderte coronabedingte Kommunikationssituation. Konkret bedeutet das, es wurden relativ rasch zusätzliche Kapazitäten für Online-, Telefon- und Chatberatungen bereitgestellt (vgl. DJI Jugendhilfebarometer Corona 2020)2

Kinderschutzarbeit und entsprechend auch die Qualifikation im Kinderschutz muss sich am Puls der Zeit orientieren und auch und vor allem sich an unvorhersehbare Entwicklungen anpassen.

 

Um neue Wege gehen zu können bedarf es der Unterstüzung vieler Akteur*innen und unterschiedliche Zahnräder die zum Gelingen ineinandergreifen müssen.

Dafür braucht es zum einen die Bereitschaft der Referent*innen, sich mit den technischen Möglichkeiten bei der Umsetzung der Seminarinhalte auseinanderzusetzen, und zum anderen Teilnehmer*innen die offen dafür sind, sich auf die veränderten Bedingungen einzulassen. 

 

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1 Kutscher, N. (2020): Ethische Fragen Sozialer Arbeit im Kontext von Digitalisierung. IN: Nadia/Ley, Thomas/Seelmeyer, Udo/Siller, Friederike/Tillmann, Angela/Zorn, Isabell (Hrsg.): Handbuch Digitalisierung soziale Arbeit. Weinheim, Basel, S. 347–362

2 Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten der Corona-Pandemie, DJI-Jugendhilfeb@arometer bei Jugendämtern, S.46/47: https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2020/1234_DJI-Jugendhilfebarometer_Corona.pdf



 

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