180 Studierende, 11 Hochschulen – und drei intensive Tage
Nach langer Vorbereitung in enger Kooperation zwischen der BAG der Kinderschutz-Zentren, der FH Münster und den beteiligten Studierenden war es Mitte September so weit: 180 Studierende von 11 Hochschulen kamen zur 7. Sommerhochschule Kinderschutz nach Münster. Damit zählt die Veranstaltung erneut zu den größten bundesweiten Tagungen für Studierende im Bereich Kinderschutz.
Bei der Eröffnung betonten Franziska Probst, Bundesvorstandsmitglied der Kinderschutz-Zentren, der Rektor der FH Münster, Prof. Dr. Stephan Barth, und der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Tilmann Fuchs, das gemeinsame Ziel: Studierende frühzeitig auf das anspruchsvolle Arbeitsfeld Kinderschutz vorzubereiten.
Dass der Eröffnungstag zugleich der Tag der Demokratie war, gab einen zusätzlichen Impuls. Denn auch Kinderschutz braucht demokratische Institutionen, Beteiligung und eine Kultur des Dialogs.
Tag 1: Perspektiven wechseln und Praxis kennenlernen
Den fachlichen Auftakt gestalteten Prof.in Dr.in Sabine Ader, Wolfgang Tenhaken und Prof.in Dr.in Michaela Berghaus von der FH Münster. In ihrem trialogischen Eröffnungsvortrag nahmen sie drei Perspektiven in den Blick: die von Eltern und Kindern, die der Fachkräfte und die der Organisationen. Wie Kontakt entsteht und Beziehungen gestaltet werden können, hängt schließlich immer auch davon ab, welche Perspektive wir einnehmen. Kinderschutzsituationen stehen außerdem immer in der Balance von Vertrauen, Zutrauen und Misstrauen und bergen bei allen Beteiligten auch immer die Gefahr, eine Kultur des Misstrauens zu stärken – dafür brauche es eine nötige Sensibilisierung und das Erkennen als Gegengewicht.
Anschließend wurde es praktisch: In 13 Workshops konnten die Studierenden unterschiedliche Arbeitsfelder und Methoden kennenlernen. Themen waren unter anderem die Belastungen von Kindern im Kontext von Trennung und Scheidung, Methoden in der Sozialpädagogischen Familienhilfe, traumapädagogische Beziehungsarbeit und Qualitätsentwicklungsverfahren in Jugendämtern (die alle Jugendämter in NRW verpflichtend durchlaufen). Gemeinsam mit zwei Familienrichtern vertieften die Studierenden außerdem ihre Kenntnisse zur Beteiligung des Jugendamtes im familiengerichtlichen Verfahren.
Für alle Praxiselemente der Sommerhochschule wurde eng mit Münsteraner Partner-Einrichtungen und Organisationen vor Ort kooperiert, die sehr engagiert und bereitwillig mitgewirkt haben. Ein großartiges gemeinsames Engagement für zukünftige Fachkräfte.
Bei bestem Wetter klang der erste Tag mit einem Get-together auf dem Leonardo-Campus aus – mit Zeit für Gespräche, Vernetzung und erste neue Kontakte.