Steigende Kindeswohlgefährdungen und Engpässe in der Angebotsstruktur

Schwierige Vorzeichen für einen wirksamen Kinderschutz

14. August 2026

Die Zahl der von Jugendämtern festgestellten Kindeswohlgefährdungen ist 2025 erneut gestiegen: auf rund 79.800 Fälle – ein Plus von 10 Prozent und ein neuer Höchststand. Gleichzeitig prüften die Jugendämter fast 268.300 Verdachtsfälle; auch die Zahl der Gefährdungseinschätzungen erreichte damit einen neuen Höchststand (+12 Prozent) (Destatis).

Parallel mehren sich Hinweise auf Engpässe bei Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe – insbesondere bei der kurzfristigen Unterbringung und bei stationären Hilfen. Bundesweit einheitliche Daten zu Wartezeiten, nicht verfügbaren Plätzen oder tatsächlich bestehenden Versorgungslücken liegen bislang jedoch nicht vor. Fest steht: Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe verfügen zwar über zahlreiche Plätze, diese sind aber zu einem großen Teil belegt. 2024 waren 90,2 Prozent der genehmigten Plätze in betriebserlaubnispflichtigen Einrichtungen belegt (Destatis).

Die zentrale Frage lautet daher: Reichen die verfügbaren und tatsächlich zugänglichen Angebote aus, um Kinder und Jugendliche in Gefährdungslagen zeitnah und bedarfsgerecht zu schützen?

Als Kinderschutz-Zentren sehen wir diese Entwicklung mit großer Sorge. Steigende Anforderungen an den Kinderschutz treffen auf vielerorts angespannte personelle und strukturelle Rahmenbedingungen. Umso wichtiger sind verlässliche, bedarfsgerechte und ausreichend finanzierte Angebote – nicht zuletzt dort, wo Kinder und Jugendliche kurzfristig Schutz und fachlich qualifizierte Unterstützung benötigen.