Spannungsfelder und gelingende Praxis in der Arbeit mit sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen

Fachkongress in München
16./17. Mai 2024

Die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verläuft in unterschiedlichen Phasen. Junge Menschen sind als Entdecker*innen ihrer Lebenswelt unterwegs. Sie kommunizieren und interagieren. Sie testen Grenzen und überschreiten sie auch. Dabei spielen digitale Lebenswelten zunehmend eine Rolle. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf eigene Räume, in denen sie nicht ständig unter der Beobachtung von Erwachsenen stehen, gleichzeitig haben sie aber auch ein Recht auf den unbedingten Schutz der eigenen Grenzen!

Die Herausforderung besteht darin, diese Grenzen so zu definieren und zu vermitteln, dass sie die gesunde Entwicklung eines Kindes fördern und mit den Schutzbedürfnissen anderer in Einklang bringen. Dafür brauchen Fachkräfte Sicherheit darin, sexualisierte Verhaltensweisen in verschiedenen Kontexten erkennen, einschätzen und angemessen darauf reagieren zu können. Denn sexualisiert grenzverletzendes Verhalten unter Kindern und Jugendlichen, das reaktionslos bleibt, führt zu Opfern auf beiden Seiten. Die gesunde persönliche und sexuelle Entwicklung des betroffenen jungen Menschen ist ebenso unterbrochen wie die des übergriffigen.

Die Arbeit mit übergriffig agierenden Kindern und Jugendlichen erfordert daher ein hohes Maß an Kompetenz/Differenzierung, Klarheit und fachlicher Haltung. Es braucht verschiedene Konzepte der Prävention, der Krisenintervention und der therapeutischen Hilfe. Neben Fachwissen und speziellen Angeboten ist ebenso eine enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und der Austausch von Informationen essentiell, um passende Schutzmaßnahmen ergreifen und Interventionen planen zu können.

Bei der 6. Jahreskonferenz zum Thema der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche liegt in diesem Jahr der Schwerpunkt auf der sexualisierten Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Wir möchten uns Zeit nehmen, dazu in einen fachlichen Austausch über Handlungsmöglichkeiten in Prävention, Intervention, Therapie und Beratung zu kommen. Der Fachkongress will aktuelle Erkenntnisse vermitteln, notwendige Differenzierungen aufzeigen und Eckpfeiler gelingender Praxis zu u. a. folgenden Leitfragen skizzieren:

  • Wo müssen Grenzziehungen erfolgen und wie können sie erfolgen?
  • Wie können Zugänge und Offenlegung (Disclosure) noch mehr gestärkt werden?
  • Welche Angebote haben sich bewährt?
  • Wo braucht es Austausch und Kooperationen?
  • Was bedeuten die herausfordernden Verhaltensweisen für Fachkräfte und Einrichtungen?

Der Fachkongress richtet sich bundesweit an alle Fach- und Leitungskräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, juristischer Handlungsfelder, in medizinisch-therapeutischen Einrichtungen und in der Kindertagesbetreuung sowie weiteren für den Kinderschutz wichtigen Arbeitsfeldern.

Die Teilnahme ist sowohl online als auch in Präsenz möglich.

Der reguläre Teilnahmebeitrag vor Ort beträgt 195,00 Euro zzgl. einer Getränkepauschale von 30,00 Euro. Der Tagungsbeitrag für die Online-Teilnahme beträgt 165,00 Euro. Bei allen Fachkongressen gibt es ein Kontingent für Studierende in Höhe von 50,00 Euro (zzgl. der Getränkepauschale bei einer Teilnahme in Präsenz).

Der Fachkongress wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Programm

Sie möchten sich den Kongress-Flyer ausdrucken? Dann finden Sie das Programm als druckfreundliche pdf-Datei hier.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Ihr Ansprechpartner bei uns zu organisatorischen Fragen ist Malte Schelp. Sie erreichen ihn dazu unter schelp@kinderschutz-zentren.org

Ihre Ansprechpartnerin bei uns zu inhaltlichen Fragen ist Alexandra Wälzholz-Junius. Sie erreichen sie dazu unter junius@kinderschutz-zentren.org