Sexueller Kindesmissbrauch Kriminalstatistik bestätigt Trends der  letzten Jahre
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Sexueller Kindesmissbrauch Kriminalstatistik bestätigt Trends der letzten Jahre

Im April ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamtes für 2016 erschienen. Insgesamt 12.019 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch wurden demnach im letzten Jahr bundesweit zur Anzeige gebracht. Doch auch wenn diese Zahl, wie bereits in den vergangenen Jahren, leicht rückläufig ist, kann nicht von einer wirklichen Verbesserung des Lagebildes gesprochen werden. Insbesondere zwei Punkte sind weiterhin auffallend, in denen sich bedenkliche Trends fortsetzen.

So wurden im vergangenen Jahr 1.533 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch durch das Tatmittel Internet angezeigt. Eine Zahl, die bereits im sechsten Jahr in Folge ansteigt und verdeutlicht, dass sich die Gefährdungslage von Kindern und Jugendlichen hier weiter verschiebt und ganz neue Herausforderungen für den Kinderschutz mit sich bringt.

Zum anderen bestätigen die neuen Zahlen wiederum die engen Grenzen der Strafverfolgung, indem sie erneut ein eklatantes Missverhältnis zwischen der Anzahl der Tatverdächtigen (im Jahr 2016 waren es 9.159 ermittelte Personen) und den erfolgten Verurteilungen aufweisen. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2015 lediglich 1.920 Personen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt.

Die Kriminalstatistik verdeutlicht somit einmal mehr zentrale Herausforderungen im Kinderschutz. Den aufgezeigten Trends müssen auf Bundesebene schnellstmöglich geeignete Rahmenbedingungen und Maßnahmen entgegengesetzt werden, die sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche Schutz und Hilfe in jeder denkbaren Problemlage bekommen.




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