UBSKM fordert weitere vergleichbare Stellen - NRW Stabsstelle >Kindesmissbrauch< nimmt Arbeit auf
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UBSKM fordert weitere vergleichbare Stellen - NRW Stabsstelle >Kindesmissbrauch< nimmt Arbeit auf

Der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen sexuellen Missbrauchs (UBSKM),  Johannes-Wilhelm Rörig, fordert die Etablierung vergleichbarer Stellen für weitere Bundesländer. Mit Ausnahme der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die prüfen möchte, ob ein Beauftragter nötig ist und dem Bundesland Sachsen-Anhalt, das eine eben solche Interessenvertretung begrüßt, stößt die Forderung auf eine weitegehend ablehnende Haltung.

Hamburg sieht keinen Bedarf, der Sprecher der Sozialbehörde Martin Helfrich erklärt, dass sich seit Mitte der 90er Jahre ein „gut ausgebautes Netz von Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt“ gefestigt hat. Bayern argumnetiert, die Zahl der Beauftragten sei gesetzlich auf sieben beschränkt und somit ausgeschöpft. Auch das Saarland kontert ähnlich, die Angebote für Betroffene sexuellen Missbrauchs seien ausreichend und durch die bereits bestehenden Schutz-, Hilfe- und Beratungsangebote abgedeckt. Selbiges gilt für Berlin und Niedersachsen.

Rörig betont gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Schuldfrage in Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch nicht zuletzt mit dem „Schweigen der Anderen“ eng verknüpft sei und die gesamtgesellschaftliche Sensibilisierung für das Thema damit einhergeht, dass „es nicht peinlich sein darf, im Familien- oder Bekanntenkreis kritische Fragen zu stellen oder im Kinderchor, im Sportverein, in der Schule“.

Der Beauftragte unterstreicht außerdem, dass der Kinderschutz auf die rasante Digitalisierung und den sich daraus ableitenden Dimensionen noch gar nicht eingestellt sei. In diesem Zusammenhang fordert er eine Meldepflicht für Internetdienstleister, eine Schärfung der Ermittlungsinstrumente für Polizei und Landeskriminalämter, sowie eine EU-rechtskonforme Vorratsdatenspeicherung.

Stabsstelle >Kindesmissbrauch> nimmt Arbeit im NRW-Innenministerium auf

Im Zuge der erschütternden Missbrauchsfälle auf dem nordrhein-westfälischen Campingplatz Eichwald in Lügde, auf dem über Jahre 40 Kinder sexuell missbraucht worden sind, hat die Stabsstelle >Kindesmissbrauch< am 24. April 2019 im NRW-Innenministerium ihre Arbeit aufgenommen. Das dreiköpfige Team ist unter der Leitung des Kriminaldirektors Ingo Wünsch direkt dem Innenminister unterstellt und soll nach Angaben von Herbert Reul „die Bekämpfung sexuellen Kindesmissbrauchs professionalisieren“. 

 

 

Quellen: Beauftragter: Bei Kindesmissbrauch schweigen zu viele  ( 22.04.2019) / Stabsstelle Kindesmissbrauch nimmt Arbeit auf  (24.04.2019)